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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayDie Ukraine wirft Russland systematische Angriffe auf ihr Bahnnetz vor. Ein Angriff nahe der Grenze zu Polen könnte laut der Bahn einem Diplomatenzug gegolten haben.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters, yil , maw Aktualisiert am 13. September 2026, 20:49 Uhr
Die Ukraine hat Russland einen systematischen Angriff auf ihr Eisenbahnnetz vorgeworfen. Wegen landesweiter Angriffe seien das Überwachungszentrum und das gesamte Personal der ukrainischen Bahn »in höchster Alarmbereitschaft«, teilte die staatliche Bahngesellschaft mit. Sie warnte vor möglichen Umleitungen, Evakuierungen und Verspätungen von Zügen.
Zuvor hatte eine russische Drohne nahe der Grenze zu Polen einen Passagierzug getroffen, der von Kyjiw nach Warschau unterwegs war. Dies bestätigte der polnische Bahnbetreiber PKP Intercity. An Bord hätten sich 206 Fahrgäste befunden. Verletzt wurde demnach niemand.
Bei dem Zwischenfall sei die Lokomotive in Brand geraten, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Auch das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf Objekte der Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Sie würden den Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern gewährleisten, hieß es.
Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn vorübergehend geschlossen
Eine weitere Drohne schlug nach polnischen Angaben in der Nähe des Grenzübergangs Dorohusk-Jahodyn ein. Behördenangaben zufolge griff Russland dort eine Tankstelle an. Zwei Lastwagen gerieten demnach in Brand. Der Grenzübergang sei nach dem Angriff etwa 800 Meter von polnischem Gebiet entfernt vorübergehend geschlossen worden, teilte ein Sprecher der polnischen Grenzwache mit. Später sei der Betrieb wieder aufgenommen worden.
»Wir nehmen solche Vorfälle äußerst ernst«, sagte der polnische Innenminister Marcin Kierwiński. »Die Lage wird fortlaufend überwacht.« Infolge der Angriffe warf die polnische Regierung Russland zudem eine Verschärfung des Konflikts vor. »Putin eskaliert«, schrieb Außenminister Radosław Sikorski auf X. Regierungschef Donald Tusk berief kurzfristig einen Krisenstab zusammen. »Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden, und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran«, sagte Tusk bei der Sitzung des Krisenstabs. Russland werde seine Angriffe in den kommenden Wochen und Monaten noch verstärken, warnte Tusk. Er könne »nicht ausschließen, dass diese Eskalation auch unser Territorium betreffen wird«.
Ukrainische Eisenbahngesellschaft sieht Diplomaten als mögliches Angriffsziel
In einer Mitteilung der ukrainischen Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja hieß es, kurz vor dem Drohnenangriff auf den Passagierzug habe ein Sonderzug den Bahnhof in Jahodyn passiert. An Bord hätten sich unter anderem Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitglieder sowie ehemalige europäische Spitzenpolitiker befunden, darunter der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson. »In einem anderen Zug, der sich genau zum Zeitpunkt des Angriffs am Bahnhof Jahodyn befand, saß der ehemalige CIA-Direktor David Petraeus«, teilte die Bahngesellschaft zudem mit.
Auch der Spiegel berichtete, dass infolge der Drohnenangriffe in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze ein privat gecharterter Sonderzug teilweise evakuiert werden musste. Gegen fünf Uhr morgens habe der Sonderzug unweit der polnischen Grenze gestoppt, an Bord befanden sich demnach mehrere Politiker, die zuvor für Beratungen in Kyjiw waren. Laut dem Bericht war mit dem außen- und sicherheitspolitischen Berater im Kanzleramt, Günter Sautter, auch einer der engsten Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an Bord. Der Bundestagsabgeordnete Robin Wagener war demnach ebenfalls mit dem gecharterten Sonderzug unterwegs. Auf X schrieb der Grünenpolitiker daraufhin, Russland sei »eine immense Gefahr für die Sicherheit Europas«. Die Unterstützung der Ukraine in der Verteidigung sei dagegen »noch zu zögerlich«.
Die ukrainische Bahn spekulierte am Abend, dass die Diplomaten das eigentliche Ziel Russlands gewesen sein könnten. »Es ist durchaus denkbar, dass das Ziel dieser russischen Drohne auch der Diplomatenzug gewesen sein könnte, der (...) aufgrund der ständigen Gefahr russischer Angriffe früher als ursprünglich vorgesehen vom Bahnhof abgefahren war«, schrieb die Bahngesellschaft auf Telegram. Die Fahrpläne würden wegen des Kriegsgeschehens ständig angepasst.
Russland bereit zu trilateralen Gesprächen in Moskau
Russlands Regierung schloss derweil neue trilaterale Gespräche mit den USA und der Ukraine zur Beendigung des Konflikts nicht aus. Diese könnten in »absehbarer Zukunft« stattfinden, sagte Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Staatschefs Wladimir Putin, laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti.
Ein Treffen von Putin und Selenskyj beim G20-Gipfel im Dezember in den USA kann laut Peskow hingegen nicht stattfinden. Eine solche Begegnung könne es nur in der russischen Hauptstadt geben, sagte Putins Sprecher. Selenskyj hatte sich zuvor in einem Interview mit der Deutschen Welle (DW) zu einem Treffen mit Putin in Miami bereit erklärt.


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