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Orgo-Life the new way to the future Advertising by Adpathway"Peinlich für Australier"
Premierminister nach Sex-Spruch über Kylie Minogue unter Druck
Aktualisiert am 07.07.2026 - 08:15 UhrLesedauer: 3 Min.

Anthony Albanese ist ein Fan von Kylie Minogue. Seine Äußerungen über den Popstar in einem Podcast stießen jedoch auf Kritik. (Quelle: imago images/Lukas Coch/Oliver Borde/t-online)
Australiens Premier Anthony Albanese gerät nach einem Podcast-Auftritt in die Kritik. Ein anzügliches Spiel bringt den Regierungschef in Erklärungsnot.
Australiens politische Kultur gilt als direkter, rauer und oft weniger förmlich als die deutsche. In Canberra gehören harte Attacken, Spott und ein deutlich lockerer Umgang mit politischer Selbstdarstellung fast zum Betrieb. Frühere Premierminister pflegten ein betont volksnahes Auftreten, zeigten sich am Strand in knappen Badehosen oder machten mit scharfen Aussagen im Parlament Schlagzeilen. Gerade deshalb fallen lockere Auftritte von Spitzenpolitikern in Podcasts und Unterhaltungssendungen dort weniger aus dem Rahmen als etwa in Berlin.
Doch auch in Australien gibt es Grenzen. Das musste Premierminister Anthony Albanese nun nach einem Podcast-Auftritt erfahren. Nachdem der 63-Jährige die australische Sängerin Kylie Minogue in dem Format zu seiner Favoritin in einem anzüglichen Fragespiel erklärt hatte, hagelte es Kritik an seinem Auftritt. Albanese entschuldigte sich schließlich öffentlich für seine Aussagen.
Was war passiert?
Albanese hatte an dem Format "Bush Deep" der Komikerin Nikki Osborne teilgenommen, die Folge wurde vergangene Woche veröffentlicht. Es ging in dem Gespräch unter anderem um seinen Hund und Geschenke, die er von Staats- und Regierungschefs erhalten habe. Dann bat Osborne den Premierminister, an einem Spiel teilzunehmen, das im Englischen als "shag, marry, date" bekannt ist. Dabei sollen die Teilnehmer entscheiden, mit welchen prominenten Personen sie Sex haben, welche sie heiraten und mit welchen sie auf Dates gehen würden. Osborne fragte Albanese nach der australischen Sängerin Kylie Minogue, der Schauspielerin Nicole Kidman und der Entertainerin Rhonda Burchmore.
Der Regierungschef reagierte zunächst zurückhaltend, ließ sich dann aber doch auf die Frage ein. "Ich habe gerade erst geheiratet, ich bin erst sechs Monate dabei", sagte er. Osborne entgegnete: "Aber falls es schiefgeht, tun wir einfach mal so."
Darauf antwortete Albanese: "Kylie, ganz klar." Als Osborne nachhakte: "Du würdest Kylie heiraten, mit ihr schlafen und mit ihr ausgehen?", sagte Albanese: "Alles davon." Er fügte hinzu: "Sie ist großartig."
An anderer Stelle fragte Osborne, ob Albanese und seine Frau Jodie Haydon "wie die Karnickel" Sex hätten. Albanese antwortete scherzhaft: "Nun, wenn wir Zeit haben." Nach einem Sieg seines Rugby-League-Teams, der South Sydney Rabbitohs, sei das "immer ein gutes Aphrodisiakum".
Der Auftritt löste schließlich scharfe Kritik aus. Am Montag veröffentlichte sein Büro eine kurze Erklärung des Premierministers. Darin hieß es: "Ich entschuldige mich uneingeschränkt für die Kommentare."
Politiker wollen junge Menschen erreichen
Politiker treten in Australien, wie auch in vielen anderen Ländern, zunehmend in Podcasts, Onlineformaten und sozialen Medien auf. Sie wollen damit junge Zielgruppen erreichen, die klassische Nachrichteninterviews seltener verfolgen. Solche Auftritte sind oft persönlicher und lockerer als Gespräche in großen TV- oder Radiosendungen.
Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Für einen Regierungschef, der nahbar erscheinen will, ist ein solcher Auftritt eine Gratwanderung. Aussagen, die in einem Comedyformat spontan oder scherzhaft gemeint sind, können politisch schnell problematisch werden, besonders, wenn es um Sexismus, Rollenbilder oder den Respekt vor dem Amt geht.
Die unabhängige Abgeordnete Zali Steggall kritisierte den Auftritt laut "The Australian" scharf. Es sei "völlig unangemessen, dass der Premierminister an einem solchen Spiel teilnimmt". Albanese müsse lernen, dagegenzuhalten, mit gutem Beispiel voranzugehen und solches Verhalten als sexistisch zu benennen.
Auch die liberale Ministerin Sarah Henderson äußerte dem Bericht zufolge Kritik. Albaneses Äußerungen seien "respektlos gegenüber Frauen, peinlich für Australier und entwürdigten das Amt des Premierministers".
Regierung verweist auf Gleichstellungspolitik
Aus der Regierung bekam Albanese Rückendeckung. Arbeitsministerin Tanya Plibersek sagte dem Sender Channel Seven, sie habe das Interview nicht gehört. Sollte der Premierminister aber sagen, dass er ein Fan von Kylie Minogue sei, gehöre er damit wohl zu Millionen Australierinnen und Australiern – sie selbst eingeschlossen.
"Ich bin ebenfalls ein großer Kylie-Fan", sagte Plibersek. Zur Gleichstellung von Frauen in Australien erklärte sie: "Keine Regierung war dafür besser, und kein Premierminister war dafür besser."
Kylie Minogue gilt als eine der erfolgreichsten australischen Künstlerinnen aller Zeiten. Weltweit verkaufte die 58-Jährige über 80 Millionen Tonträger mit Superhits wie "Can't Get You Out of My Head" und "Padam Padam".
Auch der stellvertretende Premierminister Richard Marles verteidigte Albanese bei ABC Radio National. "Der Premierminister hat sich uneingeschränkt entschuldigt, das ist der erste Punkt." Solche Interviews seien "offensichtlich anders" als klassische politische Gespräche.
Marles sagte weiter, Albanese führe die erste Regierung in der Geschichte Australiens, in der Männer und Frauen im Kabinett zahlenmäßig gleich vertreten seien. Zudem habe es erstmals eine Mehrheit von Frauen in der Labor-Fraktion gegeben. Unter dieser Regierung sei der Gender Pay Gap, also die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, so niedrig wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen.


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