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Tausende Migranten erreichen Ceuta – Militäreinsatz
Aktualisiert am 30.07.2026 - 21:09 UhrLesedauer: 2 Min.
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Im Video: Strand füllt sich mit Hunderten Migranten.
In den vergangenen Tagen sind Tausende Menschen aus Marokko im spanischen Ceuta angekommen. Die Behörden vor Ort sind überfordert.
Nach einem Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Enklave Ceuta schickt die Regierung in Madrid das Militär. Bis Freitag sollen drei Züge mit je 20 Soldaten, eine Tauchereinheit und ein Militärschiff verlegt werden, teilte das Innenministerium am Abend mit. Zudem sollen die Spezialeinheiten der Polizei auf 200 Beamte aufgestockt werden.
Zuvor waren zahlreiche Menschen aus Marokko in die Stadt gelangt und hatten die spanische Polizeibehörde Guardia Civil überrannt. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Hunderte Migranten mit Schwimmreifen über das Meer kamen oder Tore im Grenzzaun durchbrachen.
Dem staatlichen Fernsehsender TVE zufolge gelangten zwischen 2.000 und 3.000 meist Jugendliche in die Enklave. Die staatliche Nachrichtenagentur EFE berichtete zudem, dass viele Migranten über den Grenzzaun geklettert seien. Erst in der vergangenen Woche waren nach Angaben der Regionalbehörden mehr als 1.500 Migranten schwimmend nach Ceuta gekommen. Die Lage in der Stadt mit ihren rund 85.000 Einwohnern ist angespannt, viele Geschäfte blieben geschlossen. Ladenbesitzer organisierten sich nach eigenen Angaben, um ihr Eigentum zu schützen, da sie die Polizeikräfte für unzureichend hielten.
Urteil in Spanien befeuert Migration
Hintergrund des sprunghaften Anstiegs der Migration ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens von Anfang des Monats. Demnach dürfen Migranten, die auf dem Seeweg nach Ceuta oder in die andere spanische Nordafrika-Enklave Melilla abgefangen werden, nicht umgehend wieder zurückgeschickt werden. Seit dem Urteil habe es einen stetigen Zustrom gegeben. Am Donnerstag sei es jedoch zu einer "Explosion" gekommen, sagte ein Sprecher der Guardia Civil.
Der Migrationsaktivist Zakaria Zarroqui verglich die Ereignisse mit dem Mai 2021, als innerhalb weniger Tage rund 10.000 Jugendliche aus Marokko und Ländern südlich der Sahara die Enklave erreichten. Die Lage sei außer Kontrolle, erklärte Zarroqui. Menschen strömten weiterhin in die marokkanische Stadt Fnideq, um von dort nach Ceuta überzusetzen.
Madrid lehnt Ausrufung von Notstand ab
Der Regierungschef von Ceuta, Juan Jesús Vivas, forderte die spanische Zentralregierung auf, wegen der Massenankünfte den Notstand auszurufen. Das aber lehnt das Innenministerium ab. Nach den geltenden Zivilschutzvorschriften zählen Migrationsbewegungen nicht zu den Risiken, für die das nationale Zivilschutzsystem vorgesehen sei.
Spanien und Marokko hätten vereinbart, ihre Zusammenarbeit zur Bewältigung der Migrationsbewegungen zu verstärken. Zudem sollten möglichst rasch alle Menschen zurückgeführt werden, die illegal nach Ceuta eingereist seien, hieß es unter Berufung auf das Ministerium.


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