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Russischer Spitzenpolitiker droht mit "Vernichtung"
Aktualisiert am 28.06.2026 - 15:26 UhrLesedauer: 3 Min.

Der russische Duma-Abgeordnete Aleksey Schurawljow: Er droht dem Nato-Staat Finnland mit Zerstörung. (Quelle: IMAGO/Vladimir Gerdo)
Die Spannungen zwischen Russland und dem Nato-Staat Finnland verschärfen sich. Nun droht ein russischer Parlamentarier den Skandinaviern unverhohlen.
Ein hochrangiger russischer Parlamentarier hat Finnland mit scharfen Worten bedroht. Aleksey Schurawljow, Vizevorsitzender des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma, erklärte laut dem kremlnahen Portal "Gazeta.ru", Russland verfüge bereits über genügend militärisches Gerät an der Grenze, um "die Hälfte Finnlands in die Luft zu sprengen".
Die Äußerungen erfolgten einen Tag, nachdem Finnland Pläne für ein gemeinsames Projekt mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin bekannt gegeben hatte. In Tampere soll Europas erstes Wartungszentrum für Mehrfachraketenwerfer entstehen.
Schurawljow warf der finnischen Regierung vor, das Land "in den Abgrund" zu führen und Russland bewusst zu provozieren. Zugleich erklärte er, Moskau werde seine Verteidigung an der gemeinsamen Grenze weiter verstärken. Zudem behauptete er, Finnland entwickle sich nach seinem Nato-Beitritt "allmählich zu einer zweiten Ukraine". Der Politiker gilt selbst für russische Verhältnisse als Hardliner und hatte Finnland bereits in der Vergangenheit mit dessen "Vernichtung" gedroht.
Finnland stärkt seine Verteidigung
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 hatte Finnland seine jahrzehntelange Neutralität aufgegeben, um der Nato beizutreten. Die Skandinavier teilen sich eine rund 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland und arbeiten in Verteidigungsfragen seit Beginn der russischen Invasion deutlich enger mit den westlichen Verbündeten zusammen.
Sicherheitskreise in Finnland und Norwegen beobachten nach eigenen Angaben seit Längerem einen verstärkten Ausbau russischer Militärkapazitäten an der Nordflanke der Nato. Mehrere europäische Nachrichtendienste hatten zuletzt gewarnt, Russland könne sich bereits vor einem Ende des Krieges gegen die Ukraine auf einen möglichen Konflikt mit dem Bündnis vorbereiten. Als mögliche Zeithorizonte werden dabei drei bis fünf Jahre genannt.
Putin drohte Finnland mit "Problemen"
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Nato-Beitritt Finnlands bereits damals kritisiert und erklärt, Helsinki werde dadurch "Probleme" bekommen. Deshalb – und auch wegen der langen Landgrenze zu Russland – gilt Finnland innerhalb der Nato als besonders exponiert. Seit dem Ende des Kalten Krieges hat das skandinavische Land seine Verteidigungsfähigkeit deutlich ausgebaut. Anders als viele andere europäische Staaten hielt Helsinki an der Wehrpflicht fest und setzte weiterhin auf umfangreiche Reserven sowie die Einlagerung militärischer Ausrüstung.


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