Die Berliner Casting-Show namens Kabinettsumbildung wirkt gerade erstaunlich improvisiert. Erst kündigte Kanzler Friedrich Merz an, Verkehrsminister Patrick Schnieder aus dem Amt zu nehmen, doch dann platzte der Plan mit dem als Nachfolger vorgesehenen CDU-Finanzexperten Fritz Güntzler kurzfristig – ein klassischer Kommunikations-GAU, der selbst in der Union für Stirnrunzeln sorgte. Am Rand der Bayreuther Festspiele gaben sich CSU-Chef Markus Söder und Forschungsministerin Dorothee Bär dennoch betont gelassen, fast so, als ließe sich ein politischer Fehlstart mit ein paar beruhigenden O-Tönen wegmoderieren. Beide versicherten vor den Kameras von RTL und n-tv, die Regierung sei stabil und handlungsfähig, die offenen Fragen würden in den nächsten Tagen geklärt, was wie Krisen-PR mit Festival-Kulisse klingt. Der Vorgang zeigt damit nicht nur die Nervosität hinter den Kulissen der Union, sondern auch, wie schnell Personalpolitik in Berlin vom Machtmanagement zur peinlichen Hängepartie werden kann.
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CSU-Chef Markus Söder geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Unklarheiten rund um die Umbildung des Bundeskabinetts bald beseitigt sein werden. »Es wird schon alles seinen Gang gehen«, sagte er am Rande der Bayreuther Festspiele den Sendern RTL und n-tv. »Die Regierung ist handlungsfähig, und nächste Woche ist dann alles erledigt.«
Ähnliche Worte wählte seine Parteikollegin Dorothee Bär. Die Bundesforschungsministerin sagte gegenüber RTL und n-tv: »Es schaut von außen manchmal dramatischer aus, als es innen ist.« Die Regierung sei stabil. »Und es wird in den nächsten Tagen, so wie es der Bundeskanzler gesagt hat, sich auch alles richten«, sagte sie.
Vor allem eine Personalie bei der Neuaufstellung des Bundeskabinetts hatte für Irritation auch innerhalb der Union gesorgt. Kanzler Friedrich Merz (CDU) möchte seinen Parteifreund Patrick Schnieder als Bundesverkehrsminister entlassen. Das teilte Schnieder selbst einigen Bundestagsabgeordneten bereits per SMS mit. Allerdings hat Merz die geplante Entlassung noch nicht vollzogen. Denn: Der als Nachfolger vorgesehene CDU-Finanzexperte Fritz Güntzler sagte dem Kanzler kurzfristig ab. Wie es nun weitergeht, ist unklar. In der Union haben bereits mehrere Politiker die holprige Kabinettsumbildung kritisiert.