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Diese Entscheidung könnte Trumps Macht gefährden
19.07.2026 - 11:18 UhrLesedauer: 3 Min.

US-Präsident Donald Trump: Kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen eskaliert er den Konflikt im Nahen Osten erneut. (Quelle: Alex Brandon/AP photo/dpa/dpa-bilder)
Die erneute Eskalation im Krieg mit dem Iran könnte den US-Republikanern bei den wichtigen Zwischenwahlen schaden. Experten rätseln, warum US-Präsident Trump das Risiko dennoch eingeht.
Rund zwei Monate hielt die Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran – bis zum Anfang dieser Woche. Seitdem greift die US-Armee in jeder Nacht Ziele im Iran an, das Regime in Teheran feuert seinerseits Raketen auf die zivile Infrastruktur in den Golfstaaten und auf US-Militärbasen in der Region. Bei einem Raketenangriff auf eine US-Basis in Jordanien starben am Samstag zwei Soldaten der Vereinigten Staaten.
Obwohl er Tausende Kilometer vom Nahen Osten entfernt ist, steht US-Präsident Donald Trump im Mittelpunkt des Konflikts. Mit markigen Sprüchen droht er den Machthabern in Teheran mit der totalen Zerstörung des Landes, sollte das Regime nicht kapitulieren und die Forderungen der USA erfüllen.
"Kein Szenario, das den Republikanern hilft"
Für den Präsidenten ist der Krieg ein Ritt auf der Rasierklinge. Am 3. November finden in den Vereinigten Staaten die sogenannten Midterms statt, bei denen die US-Bürger in einer Zwischenwahl über die Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie ein Drittel der Abgeordneten des Senats entscheiden. Sollten die US-Demokraten hier einen deutlichen Sieg verbuchen, könnte Trumps Machtbasis ins Wanken geraten. Und selbst in seiner eigenen "America First"-Basis regt sich der Widerstand gegen den Krieg, der die Lebenshaltungskosten für die einfachen US-Bürger in die Höhe treibt.
Es stellt sich die Frage, warum Trump den Krieg ausgerechnet jetzt wieder eskaliert. Beobachter stehen vor einem Rätsel. Curt Mills, Chefredakteur des rechten US-Magazins "The American Conservative", kann sich die Entscheidung des Präsidenten im Gespräch mit dem "Guardian" nicht erklären: "Es gibt praktisch kein Szenario, in dem das den Republikanern bei den Zwischenwahlen hilft", sagt er. Trump scheine sich diesmal weniger von wahltaktischen Überlegungen als von persönlichen Motiven leiten zu lassen. Mills vergleicht den Präsidenten mit Ikarus, der der Sonne zu nahe komme.
Vali Nasr von der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) glaubt nicht, dass das Scheitern der jüngsten Vereinbarung mit dem Iran auf Missverständnissen beruhte. "Ich glaube nicht, dass es ein Missverständnis gab. Ich denke, genau das war Trumps Absicht", sagte er dem "Guardian". Demnach wolle Trump den iranischen Einfluss auf die strategisch wichtige Straße von Hormus brechen, bevor neue Verhandlungen über das Atomprogramm beginnen.


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