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Krieg in Nahost: Schattentanker havariert – Ölteppich breitet sich aus

4 weeks ago 11

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Newsblog zum Krieg in Nahost

Schattentanker havariert: Ölteppich breitet sich aus


Aktualisiert am 10.08.2026 - 20:51 UhrLesedauer: 21 Min.

 Das Öl im Bauch des Schiffes könnte das Ökosystem im Meer zerstören.Vergrößern des Bildes

Das Tankschiff Caroline Bezengi vor der Küste des Oman: Das Öl im Bauch des Schiffes könnte das Ökosystem im Meer zerstören. (Quelle: 2026 Planet Labs PBC)

Ein Schiff der russischen Schattenflotte ist in Seenot geraten. Das iranische Regime verstärkt die oberste Militärführung. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Montag, 10. August

Oman: Ölteppich nach Tanker-Havarie breitet sich aus

Der Ölteppich eines vor der Küste Omans havarierten Tankers hat sich ausgebreitet und bedeckt nach Angaben der omanischen Umweltbehörde inzwischen eine Fläche von fast 400 Quadratkilometern. Die "Caroline Bezengi" sei in der Nähe eines Naturschutzgebietes bei den Hallanijat-Inseln auf Grund gelaufen, teilt die Behörde weiter mit.

Das Schiff hat knapp eine Million Barrel russisches Öl für den asiatischen Markt geladen. Es war Anfang Juni nach einer mutmaßlichen Explosion an Bord vor der Küste des Jemen in Seenot geraten. Der Tanker gehört zur sogenannten Schattenflotte, mit der Russland westliche Sanktionen umgeht, und ist selbst mit Strafmaßnahmen der EU und weiterer Staaten belegt.

Teheran benennt neue oberste Militärführung

Kurz nach der Ernennung eines neuen obersten Sicherheitsberaters werden im Iran sechs militärische Führungspersonen neu bestimmt. Die Dekrete zu den Neubesetzungen wurden am Abend (Ortszeit) auf einem Telegram-Kanal veröffentlicht, der Nachrichten des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei transportiert. Iranische Medien berichteten gleichlautend und zeigten Bilder einer Zeremonie, bei der Chamenei jedoch nicht zu sehen ist.

Zwei Persönlichkeiten stechen hierbei hervor: So wird Ahmad Wahidi in den Rang eines Generals befördert und als Oberbefehlshaber der mächtigen Revolutionsgarden (IRGC) formal festgelegt. Er führte die Rolle bereits seit der Tötung seines Vorgängers aus. Zudem wird mit Hossein Taeb ein langjähriger Geheimdienstler zum neuen Chef der paramilitärischen Basidsch-Milizen.

Daneben wurden die Brigadegeneräle Ali Abdollahi als Stabschef der Streitkräfte und Ali Asmai als Kommandeur der Seestreitkräfte der Revolutionsgarden ernannt. Zwei weitere Ernennungen betreffen Stellvertreter.

Trump fordert Entschädigung von Iran

US-Präsident Donald Trump hat vom Iran Entschädigungszahlungen für die Opfer des Konflikts mit den USA und Israel gefordert. Die iranische Führung müsse für "all die Menschen, die sie getötet und schwer verwundet hat", Schadenersatz leisten, erklärte Trump. Er reagierte damit auf iranische Forderungen nach Entschädigungen für Kriegsschäden. Die Regierung in Teheran hat unter anderem erwägt, künftig Gebühren für die Passage der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu verlangen.

Ölpreise steigen: Unsicherheit über Öffnung der Straße von Hormus

Die Ölpreise sind am Montag wegen der anhaltenden Unsicherheit über eine baldige Wiedereröffnung der Straße von Hormus gestiegen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,09 Prozent auf 84,46 Dollar je Barrel, während US-Leichtöl WTI um 0,78 Prozent auf 78,79 Dollar zulegte. Zwar stehe ein Abkommen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten kurz vor dem Abschluss, teilte die Regierung in Teheran am Sonntag mit. Die wichtige Wasserstraße werde jedoch erst wieder freigegeben, wenn die USA weitere Bedingungen wie etwa Entschädigungszahlungen für Angriffe erfüllten.

Für zusätzliche Verunsicherung am Markt sorgte ein Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf eine Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco am Sonntag. In der vergangenen Woche waren die Ölpreise noch um mehr als sieben Prozent gefallen, da Anleger auf eine rasche Öffnung der Meerenge gehofft hatten, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweit geförderten Öls transportiert wurde.

Leere Depots – Pentagon macht Druck bei US-Waffenproduktion

Das Pentagon hat Vertreter der US-Rüstungsindustrie dazu aufgefordert, die Produktion und Lieferung von Waffen rasch zu steigern. Das berichten die "Washington Post" und der US-Sender CNN übereinstimmend unter Berufung auf eine Mitteilung eines Ministeriumsvertreters. Pentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit des Dokuments. Es fällt in eine Zeit, in der Experten und Berichte von US-Medien zuletzt immer wieder auf schwindende Waffenreserven im US-Militär als Folge des Iran-Kriegs hingewiesen hatten. US-Präsident Donald Trump wies das zurück.

Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Steve Feinberg habe Vertretern der Rüstungsindustrie am Mittwoch eine Frist von maximal drei Wochen übermittelt, um Pläne vorzulegen, die schnellere Liefertermine und/oder eine gesteigerte Produktion für kritische Fähigkeiten vorsähen, zitieren CNN und die "Washington Post" aus dem Dokument. Laut der Zeitung soll Feinberg darin eine klare Erwartung geäußert haben: "Jahrelange Entwicklungszyklen sind nicht akzeptabel." Man müsse die Pläne drastisch beschleunigen und die Produktionskapazitäten jetzt ausbauen, zitiert ihn die "Washington Post" weiter.

Seit dem ersten Tag von Pete Hegseth als US-Verteidigungsminister konzentriere sich das Pentagon darauf, einen Wandel hinsichtlich der Geschwindigkeit, Kapazität und Schlagkraft der amerikanischen Verteidigungsindustrie herbeizuführen, betonte Parnell in einem Statement. Hegseths Stellvertreter Feinberg arbeite daran, ein veraltetes Beschaffungssystem zu reformieren. "Direkt mit führenden Vertretern der Industrie zusammenzuarbeiten, um die Produktion zu beschleunigen, ist nichts Neues."

Vom Iran unterstützte Rebellen greifen Hafenstadt im Jemen an

Die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen haben erneut die an der Westküste Jemens liegende Hafenstadt Mokka angegriffen. Die Armee teilte am späten Abend auf der Plattform X mit, die Huthi-Miliz habe ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel der von der Regierung kontrollierten Stadt geschossen. Die Luftabwehr habe einige Drohnen abgefangen.

Bei einem Angriff der Miliz zuvor seien sieben Zivilisten und Militärangehörige getötet und weitere Menschen verletzt worden, teilte die Armee weiter mit. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte auf der Plattform Telegram, der Angriff habe saudi-arabischen Truppen und Waffenlagern in der Stadt gegolten. Mokka liegt nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die für die Schifffahrt den Eingang zum Roten Meer bildet.

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Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit Jahren gegen die Huthi-Miliz. Diese hatte den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin.

Trump: "Wir verhandeln nur so halb"

Donald Trump will auf weitere Angriffe auf den Iran offenbar vorerst verzichten und stattdessen auf wirtschaftlichen Druck setzen. "Wir halten uns zurück", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Axios" am Sonntag in einem kurzen Telefoninterview. "Wir verhandeln nur so halb mit ihnen", fügte der US-Präsident hinzu. Die US-Regierung warte ab und beobachte den Iran, der eine "enorme Inflation" und "kein Geld" habe.

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