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Landtagswahl MV: Das sind die Spitzenkandidaten im Überblick

1 day ago 8

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Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Das sind die Spitzenkandidaten im Überblick


14.09.2026 - 22:42 UhrLesedauer: 4 Min.

imago images 0866508234Vergrößern des Bildes

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (Symbolbild): Am kommenden Wochenende entscheidet sich, ob Manuela Schwesig die Landesregierung in einer dritten Amtszeit anführen wird. (Quelle: IMAGO/Christian Ohde/imago)

Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Das politische Kräfteverhältnis könnte sich dabei stark verändern und die Regierungsbildung herausfordernd werden.

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Während in Sachsen-Anhalt nach dem AfD-Sieg noch Unklarheit über die Regierungsbildung herrscht, wählen am kommenden Wochenende die Menschen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ihre neue Landesvertretung. In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich dabei ein enges Rennen ab.

Die AfD liegt in den Umfragen zwar vorn, die regierende SPD aber nur drei Prozentpunkte dahinter. Die CDU steckt mit sieben Prozent in einem historischen Tief, während die Grünen und das BSW um den Einzug in den Landtag bangen.

Vor der Wahl in dem am dünnsten besiedelten Bundesland stellt t-online alle Kandidaten der Parteien vor.

Manuela Schwesig möchte ihr Amt verteidigen

Die amtierende Ministerpräsidentin kandidiert für eine dritte Amtszeit als Regierungschefin von Mecklenburg‑Vorpommern. Geboren in Frankfurt an der Oder, zog es sie im Jahr 2000 nach Schwerin, wo sie zunächst als Diplom-Finanzwirtin im Finanzamt arbeitete.

Anfang 2003 trat sie der SPD bei und übernahm in den folgenden Jahren verschiedene politische Ämter. Unter anderem war sie bereits Ministerin für Soziales und Gesundheit und Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales in ihrer Wahlheimat. 2013 wechselte sie als Bundesfamilienministerin nach Berlin, bevor sie 2017 die erste Frau an der Spitze von Mecklenburg-Vorpommern wurde.

Im Wahlkampf gibt sich Schwesig bürgernah und erregt regelmäßig Aufsehen, wenn sie die Bundespolitik öffentlich kritisiert und dabei auch bei der eigenen Partei aneckt.

Leif-Erik Holm und Enrico Schult kämpfen für einen Machtwechsel

Direkter Herausforderer von Schwesig ist Leif-Erik Holm, der im Falle einer Regierungsbeteiligung der Ministerpräsident der AfD werden soll. Er ist AfD-Mitglied der ersten Stunde und trat bereits bei der Bundestagswahl 2013 als Spitzenkandidat seiner Partei an, schaffte den Einzug schließlich 2017.

Bis heute ist er Mitglied im Bundestag und dort wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD‑Fraktion. Der studierte Volkswirt arbeitete seit seiner Schulzeit als Radiomoderator und war unter anderem beim NDR tätig – möchte aber als Ministerpräsident die Kündigung des Medienstaatsvertrags durchsetzen.

2023 kandidierte er für das Amt des Oberbürgermeisters von Schwerin, unterlag jedoch in der Stichwahl seinem sozialdemokratischen Kontrahenten.

Holm tritt lediglich als Direktkandidat für seinen Wahlkreis an und steht nicht auf der Landesliste der AfD. Diese führt Enrico Schult an. Der Vermessungstechniker aus Demmin ist seit 2021 Mitglied im Landtag und seit Mitte dieses Jahres auch Chef der Fraktion. Gemeinsam mit Holm bildet er das Vorsitzendenduo des AfD‑Landesverbands. In Parteikreisen gilt er zwar eher als gemäßigt, distanziert sich aber nicht von rechtsextremen Positionen seiner Parteikollegen, wie der NDR berichtet.

Daniel Peters soll die CDU aus der Talfahrt retten

Als "Mann der Mitte" will Daniel Peters zwischen den politischen Lagern punkten. Allerdings steckt die CDU mit sieben Prozent in einem historischen Umfragetief.

Innerhalb des Landesverbands steht Peters für einen Generationenwechsel, ist aber im konservativen Flügel der Partei zu verorten.

Der 45-jährige Rostocker ist seit 2024 Landesvorsitzender und Chef der CDU‑Landtagsfraktion. Politische Erfahrung sammelte der studierte Historiker und Politikwissenschaftler unter anderem elf Jahre lang als Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg, bevor er 2020 in den Schweriner Landtag nachrückte.

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Simone Oldenburg zieht für die Linke ins Rennen

Die Linke ist in der aktuellen Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern Juniorpartner der SPD und möchte auch künftig mitregieren. Als Spitzenkandidatin schickt sie Simone Oldenburg aus Wismar ins Rennen, die stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung ist. Oldenburg ist ausgebildete Gymnasiallehrerin für Deutsch und Geschichte und war auch als Schulleiterin aktiv.

Ihre politische Laufbahn begann sie in der Kommunalpolitik, bevor sie 2016 erstmals in den Landtag einzog. Zwischen 2018 und 2021 war sie zudem stellvertretende Vorsitzende der Linken auf Bundesebene. Nachdem sie 2021 zur Ministerin ernannt wurde, legte sie ihr Landtagsmandat nieder.

Claudia Müller springt kurzfristig für die Grünen ein

Laut Umfragen kommen die Grünen auf fünf Prozent und bangen damit noch um einen Einzug in den Landtag. Sie könnten aber entscheidend für eine Regierungsbildung mit der SPD sein. Für sie tritt Claudia Müller an, die kurzfristig als Spitzenkandidatin einsprang, nachdem der Grünen-Landesverband seine bereits aufgestellte Landesliste nach Auseinandersetzungen um Constanze Oehlrich neu aufgestellt hatte. Oehlrich war rund einen Monat vor der Landtagswahl aufgrund von Vorwürfen des Machtmissbrauchs von ihrem Amt als Fraktionschefin zurückgetreten.

Müller sitzt im Bundestag und führt dort ihre Fraktion als Parlamentarische Geschäftsführerin an. Gebürtig stammt die 45‑Jährige aus Rostock und kandidierte 2022 für das Oberbürgermeisteramt ihrer Heimatstadt – landete aber lediglich auf dem vierten Platz. Heute lebt sie in Stralsund, wo sie auch ihr Studium in Baltic Management absolvierte.

Seit 2009 ist sie kommunalpolitisch aktiv und setzt ihren Schwerpunkt auf die Wirtschafts- und Klimapolitik. Müller warnte schon früh vor einer zu engen Zusammenarbeit Mecklenburg-Vorpommerns mit Russland, insbesondere in Bezug auf die Nord-Stream-Pläne.

Das BSW will es erstmals in den Landtag schaffen

Das BSW tritt mit einer Doppelspitze an. Mit 59 Jahren ist Peter Schabbel der älteste Spitzenkandidat unter den aktuellen Kandidaten. Der gebürtige Ost-Berliner lebt heute in Ganzlin und führt zwei Praxen als Heilpraktiker in Parchim und Berlin. Zuvor arbeitete er als Werkzeugmacher und Fachkrankenpfleger.

Politisch aktiv war er schon zu DDR-Zeiten und wurde als Mitglied der Friedensbewegung "Schwerter zu Pflugscharen" mehrfach festgenommen. Später engagierte er sich im Neuen Forum.

Im BSW hält Schabbel gleich mehrere Ämter inne. Seit Oktober 2025 ist er Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Fraktionschef im Kreistag Ludwigslust-Parchim. Schabbel positioniert sich zwar gegen die Brandmauer zur AfD, lehnt aber auch eine Koalition mit der Partei ab.

Sabine Firnhaber begann ihren Weg in die Politik bei den Bauernprotesten 2019, wo sie als Organisatorin der Initiative "Land schafft Verbindung" mitwirkte. Die Landwirtin und Unternehmerin ist außerdem Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, das Amt ruht aber während des Wahlkampfes. Mit ihrer Kandidatur bringt sie vor allem die Perspektive der Landwirte und des ländlichen Raums in den Wahlkampf ein.

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