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LGBTQ+ Rechte : Behörden durchsuchen russischen Verlag wegen Vertriebs queerer Bücher

1 month ago 12

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Tausende Bücher mit LGBTQ-Bezug sind bei einer Razzia des Verlags Eksmo beschlagnahmt worden. Zudem wurde der Generaldirektor des Unternehmens festgenommen.

Aktualisiert am 21. April 2026, 19:29 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,

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 Ein Blick in den Eingangsbereich des Eksmo-Verlags, wo die russische Polizei eine Razzia im größten Verlagshaus des Landes durchführte.
Ein Blick in den Eingangsbereich des Eksmo-Verlags, wo die russische Polizei eine Razzia im größten Verlagshaus des Landes durchführte. © Igor Ivanko/​AFP/​Getty Images

Russische Behörden haben Medienberichten zufolge beim größten russischen Verlag Eksmo eine Razzia durchgeführt. Die Behörden werfen dem Verlag vor, durch den Vertrieb ihrer Bücher queere Themen zu propagieren. In Russland ist es seit mehr als zehn Jahren verboten, Bücher über gleichgeschlechtliche Liebe zu verbreiten.

Der Generaldirektor des Verlags, Jewgeni Kapjew, sowie weitere Manager seien festgenommen worden, berichtete der russische Fernsehsender Ren-TV. Laut einer Sprecherin des Verlags wurden die Beschäftigten vor das russische Ermittlungskomitee vorgeladen. Dieses ist in Russland für die Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständig.

2025 kam es bereits zu Festnahmen innerhalb des Verlags

Außerdem hätten Sicherheitsbeamte Tausende Bücher beschlagnahmt, die der Verlag inoffiziell vertrieben haben soll, berichtete der Sender Ren-TV weiter. Die Vernehmungen der Beschäftigten seien Teil eines »Strafverfahrens wegen Extremismus im Zusammenhang mit der Verbreitung von Büchern des Verlags Popcorn«, sagte die Eksmo-Sprecherin weiter. Popcorn ist eine Untermarke von Eksmo und hat in der Vergangenheit Bücher für junge Erwachsene zu den Themen Geschlechtsidentität, psychische Gesundheit und Rassismus veröffentlicht. Gegründet wurde Eksmo im Jahr 1991 und veröffentlicht seitdem verschiedene Bücher für Erwachsene und Kinder.

Der Verlag wies Berichte zurück, wonach Unternehmensräume durchsucht worden seien. Auch Reporter der Nachrichtenagentur AFP sahen am Unternehmenssitz keine Anzeichen für eine Durchsuchung. Bereits im Mai vergangenen Jahres waren mehrere Verlagsbeschäftigte wegen des Vorwurfs der Verbreitung sogenannter queerer Propaganda festgenommen worden. Medienberichten zufolge handelte es sich ebenfalls um Beschäftigte von Popcorn.

Queere Rechte weiter eingeschränkt

Die Rechte der LGBTQ+ Community sind in Russland zunehmend streng eingeschränkt. So setzte die russische Regierung etwa die queere Bewegung auf die Liste verbotener extremistischer Gruppen. Aktivisten, die sich für die Rechte Homosexueller einsetzen, droht daher eine Verfolgung als Extremisten und damit im Ernstfall auch Straflagerhaft. Verlage müssen Titel aus dem Programm nehmen, in denen gleichgeschlechtliche Liebe vorkommt.

Auch in anderen Bereichen setzt sich die Zensur fort: So wurde jüngst bekannt, dass mehrere Biografien des bekannten russischen Schriftstellers Michail Bulgakow (Meister und Margarita) sowie des Poeten, Sängers und Schauspielers Wladimir Wyssozki speziell markiert werden müssen, weil sie angeblich Werbung für den Drogenkonsum enthalten.

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