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Drohnenangriff auf Warenhaus – Evakuierung wurde wohl verzögert
Aktualisiert am 20.07.2026 - 11:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Wildberries-Verteilzentrum in der Region Moskau: Mehrere ukrainische Drohnen zerstörten am Wochenende die großen Lagerhallen. (Quelle: Screenshot / X)
Mindestens acht Menschen sind bei ukrainischen Angriffen auf zwei Lagerhäuser des russischen Amazon-Pendants gestorben. Mitarbeitende sprechen von chaotischen Zuständen.
Nach dem ukrainischen Drohnenangriff auf Lagerhäuser des russischen Versandhändlers Wildberries in Elektrostal und Kotowsk am Wochenende werden Vorwürfe gegen das Unternehmen laut, die Evakuierung seiner Mitarbeiter verzögert zu haben. Russischen Augenzeugenberichten zufolge sollten die Angestellten des Wildberries-Lagers in Elektrostal während des Brandes die Gebäude zunächst nicht verlassen, in einigen Gebäudeteilen sei zudem der Feueralarm nicht sofort losgegangen. Mindestens acht Menschen sind bei den Angriffen gestorben, 80 wurden verletzt.
Im Video | Drohnenangriff färbt Himmel über Moskau schwarz
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Die Schwester eines verletzten Mitarbeiters erklärte dem Medium "Post-", dass ein "höherer Vorgesetzter" ihren Bruder und andere Angestellte zu Beginn des Angriffs in Elektrostal im Lager festgehalten und sie aufgefordert habe, "sich zu beruhigen und nicht in Panik zu geraten". Schließlich hätten Arbeiter ein Warentor aufgebrochen und seien hinausgesprungen. Eine Mitarbeiterin aus einem anderen Block bestätigte diese Berichte in einem anderen "Post-"-Bericht. Sie habe gesehen, wie die Mitarbeiter des siebten Blocks nicht auf die Straße gelassen wurden.
In dem Telegram-Kanal "Vaildberriz. Pravda sotrudnikov" – auf Deutsch: "Wildberries: Die Wahrheit der Mitarbeiter" gibt es zudem Berichte aus Elektrostal, dass Vorgesetzte "die Angestellten in Block 10 versammelten und sie losschickten, um ihre Barcode-Scanner zurückzugeben. Anstatt schnellstmöglich zu evakuieren." Als das Gebäude "einzustürzen begann", ließen die "Vorgesetzten" die Arbeiter im Stich und rannten zum Ausgang – nicht durch die Tore, sondern durch eine Tür mit Drehkreuz – und ihre Angestellten folgten ihnen. Zudem soll sich der Rettungsdienst nicht getraut haben, das Gelände zu befahren.
Die Mutter einer weiteren Mitarbeiterin aus Block 10 erklärte "Post-", dass der Alarm dort nicht funktioniert haben soll. "Normalerweise geht dort eine Sirene an, die man unmöglich überhören kann. Wahrscheinlich haben sie nicht rechtzeitig reagiert", zitiert das Medium die Mutter. Die Mobiltelefone, persönlichen Gegenstände und Dokumente der Mitarbeitenden sind in den Lagerhallen verbrannt, sodass die Angehörigen meist mit Medien kommunizieren, erklärt "Post-".
Wildberries widerspricht
Auch aus dem Lagerhaus in Kotowsk gibt es Berichte, dass es keine sichere, organisierte Evakuierung der Mitarbeitenden gegeben haben soll. Das Nachrichtenportal "Meduza" berichtet unter Berufung auf "Post-", dass die Betriebsleitung die Arbeiter erst gehen ließ, nachdem sie ihre Aufgaben erledigt hatten. Erst als ein lauter Knall ertönte, sollen die Menschen, ohne auf Anweisungen der Betriebsleitung zu warten, losgerannt sein.


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