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USA ziehen sich wohl langsam aus Nato zurück
Aktualisiert am 26.05.2026 - 20:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Mark Rutte (l.) und Donald Trump im Weißen Haus: Der Nato-Generalsekretär und der US-Präsident haben ein gutes Verhältnis, dennoch will Trump seine Unterstützung des Militärbündnisses offenbar zurückfahren. (Quelle: IMAGO/Pool/ABACA/imago)
Die USA wollen ihre militärische Unterstützung für die Nato einem Bericht zufolge deutlich reduzieren. Für Europa könnte das erhebliche Folgen haben.
Die USA planen offenbar, ihre militärischen Beiträge für die Nato massiv zurückzufahren. Nach Informationen des "Spiegel" informierte ein Gesandter von US-Kriegsminister Pete Hegseth Ende vergangener Woche hochrangige Vertreter der Bündnisstaaten im Nato-Hauptquartier über die Pläne.
Demnach will Washington im Rahmen der Nato-Streitkräfteplanung, dem sogenannten "Nato Force Model", künftig deutlich weniger zentrale militärische Fähigkeiten bereitstellen. Betroffen seien unter anderem Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnen und Tankflugzeuge.
Das planen die USA offenbar
Konkret sollen die USA dem Bericht zufolge weniger strategische Bomber für die Nato einplanen – in der Runde sei von einer Halbierung die Rede gewesen. Auch die Zahl der US-Kampfjets soll um ein Drittel sinken. Zudem wolle die US-Marine weniger Zerstörer bereithalten, U-Boote sollen im Nato-Verbund gar nicht mehr gestellt werden. Aufklärungsdrohnen müssten die Europäer künftig selbst bereitstellen, auch bei bewaffneten Drohnen wollen die USA ihr Engagement deutlich reduzieren.
Der US-Gesandte Alexander Velez-Green forderte die Verbündeten demnach auf, die entstehenden Lücken rasch zu schließen. Anfang Juni wollen die USA bei einer Truppenstellerkonferenz weitere Details vorlegen.
USA wollen 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen
Die Nato äußerte sich auf Anfrage des "Spiegel" nicht im Detail. Eine Sprecherin erklärte, es habe in der Streitkräfteplanung bislang eine "Über-Abhängigkeit" von den USA gegeben. Da Europa und Kanada inzwischen mehr in Verteidigung investierten, könne die Verantwortung innerhalb des Bündnisses neu verteilt werden. Die Veränderungen stärkten die Nato, weil sie die Abhängigkeit von einem einzelnen Alliierten verringerten.
Zuletzt hatten zudem widersprüchliche Ankündigungen aus Washington zu möglichen Truppenverlagerungen in Europa für Irritationen innerhalb der Nato gesorgt. Trump kündigte zusätzliche Soldaten für Polen an, während gleichzeitig ein Abzug von rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland im Raum steht. Unklar blieb zunächst, ob Teile der Truppen nach Polen verlegt oder vollständig in die USA zurückgeführt werden sollen. Die geplante Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern wurde derweil abgesagt.


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