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Belutschistan erklärt Unabhängigkeit: Gewalt eskaliert
Aktualisiert am 20.07.2026 - 10:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Abdul Rahim Kakar (Mitte), der Präsident Belutschistans, besucht einen Markt während eines Streiks für die Unabhängigkeit der Region. (Quelle: IMAGO/SA-ZM-170726)
In Pakistan ist eine politische Krise im Gange: Separatisten haben einen der schwersten Angriffe des Jahres verübt, eine wichtige Provinz erklärt ihre Unabhängigkeit.
Die Gewalt in der pakistanischen Region Belutschistan eskaliert immer weiter. Seit Woche häufen sich dort die Angriffe militanter Separatisten auf Sicherheitskräfte. In der vergangenen Woche riefen belutschische Nationalisten die Unabhängigkeit der Region aus.
Am 17. Juli überfielen Kämpfer nahe der Stadt Mastung einen Konvoi der Sicherheitskräfte. Die verbotene Separatistengruppe Baloch Liberation Army (BLA) reklamierte den Angriff für sich und behauptete, mehr als 45 Sicherheitskräfte getötet zu haben. Pakistanische Stellen bestätigten den Überfall, nannten aber keine Opferzahlen.
Der Anschlag reiht sich in eine Serie aus Angriffen ein. Nach Angaben des pakistanischen Militärs, über die die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, wurden seit dem 6. Juli 42 Polizisten und Soldaten bei drei Angriffen in Belutschistan getötet. Das Militär reagiert mit Härte: Im Zuge der Operation "Shaban" sollen die Separatisten zurückgeschlagen werden. Belutschistan ist die größte und zugleich ärmste Provinz Pakistans, in der das pakistanische Militär seit Jahren gegen separatistische und islamistische Gruppen vorgeht.
Gruppe ruft Unabhängigkeit aus
Mit den Angriffen ist es für die Separatisten allerdings nicht getan. Am 14. Juli rief eine Gruppe um den im Exil lebenden Aktivisten Mir Yar Baloch über die sozialen Medien die unabhängige "Republik Balochistan" aus. Ein völkerrechtlicher Schritt ist das nicht – kein Staat und keine internationale Organisation haben die Erklärung anerkannt, Pakistan übt weiter die verfassungsmäßige Kontrolle über die Provinz aus. Doch es verdeutlicht, wie die Spannungen in der Region eskalieren.
Hintergrund des Konflikts ist ein jahrzehntelanger Streit. Belutschische Nationalisten führen ihren Anspruch auf das Jahr 1947 zurück, als der Fürstenstaat Kalat nach dem Abzug der Briten kurzzeitig die Unabhängigkeit erklärte, bevor er 1948 an Pakistan angegliedert wurde. Aktivisten werfen Islamabad vor, die Rohstoffe der Region auszubeuten, während die örtliche Bevölkerung arm bleibe.
Wirtschaftlich ist die Provinz für Islamabad zentral: Sie grenzt an den Iran und Afghanistan, reicht bis ans Arabische Meer und beherbergt den Tiefseehafen Gwadar, das Herzstück des milliardenschweren China-Pakistan-Wirtschaftskorridors (CPEC). Zudem lagern dort bedeutende Kupfer-, Gold- und Gasvorkommen. Das indische Portal "news18" bewertet Belutschistan wegen dieser Lage als strategisch bedeutsamer als das umkämpfte Kaschmir. Sollte die Gewalt in Belutschistan anhalten, muss sich die pakistanische Regierung in Islamabad wohl auch Sorgen um Investitionen aus China machen, die für das Land von großer wirtschaftlicher und geopolitischer Bedeutung sind.


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