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Kurz vor Wahl: Richter ordnet Prozess gegen Kandidaten an
06.06.2026 - 13:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Roberto Sánchez (Archivbild): Er führt das linke Lager in Peru in die Präsidentschaftswahlen. (Quelle: IMAGO/Jorge Cerdan/imago)
Peru wählt am Sonntag zum achten Mal in zehn Jahren einen neuen Präsidenten. Jetzt hat ein Richter kurz vor der Stichwahl einen Prozess gegen Kandidat Sánchez angeordnet.
Kurz vor der Präsidentenstichwahl in Peru hat ein Richter einen Prozess gegen den linken Kandidaten Roberto Sánchez wegen mutmaßlicher falscher Angaben zur Finanzierung seiner Partei angeordnet. Es gebe "hinreichende Verdachtsmomente" gegen den 57-Jährigen, erklärte Richter Adolfo Farfán am Freitag (Ortszeit). Auf das Stattfinden der Stichwahl, in der Sánchez am Sonntag gegen die rechtsgerichtete Kandidatin Keiko Fujimori antreten soll, dürfte die Entscheidung keine Auswirkungen haben.
Sánchez hat eine Woche, um Einspruch einzulegen. Seine Verteidiger haben bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Sollte er die Präsidentschaftswahl gewinnen, würde er gemäß der peruanischen Verfassung ohnehin Immunität genießen.
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Sánchez soll Spenden nicht korrekt angegeben haben
Die Staatsanwaltschaft wirft Sánchez vor, falsche Angaben zu Spenden gemacht zu haben. Ihm wird zur Last gelegt, der Wahlbehörde Zuwendungen an seine Partei Juntos por el Perú von 2018 bis 2020 verschwiegen zu haben. Konkret soll er mehr als 57.000 Dollar (umgerechnet knapp 50.000 Euro) von Mitgliedern seiner Bewegung für Parteiaktivitäten angenommen haben, ohne die Spenden offiziell anzugeben.
Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und vier Monaten gefordert. Sie zeigte sich am Freitag "zufrieden mit der Entscheidung".
Die Vorwürfe gegen Sánchez sind seit Längerem bekannt und der Fall war bereits im Januar vor Gericht gebracht worden. Die Justiz hatte die Staatsanwaltschaft damals aber angewiesen, die Anklage neu zu formulieren. Sánchez hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und erklärte stattdessen, seit Jahren werde versucht, ihn politisch zu diskreditieren.
Stichwahl am Sonntag
Das Gericht habe beschlossen, "die formale Gültigkeit der Anklage anzuerkennen", sagte Richter Farfán nun. Sánchez reagierte noch nicht auf die Entscheidung des Gerichts. Am Donnerstag hatte er per Videokonferenz an der Verhandlung teilgenommen – wenige Stunden vor seiner letzten Wahlkampfveranstaltung in Lima.


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