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Politiker in Nato-Land: "Der Hass auf Russland zerstört die Gemeinschaft"

5 days ago 3

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Inseln in der Arktis

"Die Russen sind unsere Nachbarn, nicht Feinde"


Aktualisiert am 26.10.2026 - 09:36 UhrLesedauer: 5 Min.

 Der Politiker setzt im Dialog mit den Russen auf der Inselgruppe auf Annäherung.Vergrößern des Bildes

Longyearbyens Bürgermeister Terje Aunevik: Der Politiker setzt auf Dialog mit den Russen auf der Inselgruppe. (Quelle: IMAGO/Ole Berg-Rusten)

Auf Spitzbergen leben Russen und Norweger friedlich zusammen. Doch der Krieg gegen die Ukraine gefährdet diese Gemeinschaft.

Tobias Schibilla berichtet von Spitzbergen.

Im Laden des Malers Olaf Storø sieht es arktisch aus. Rentiergeweihe schmücken die Wände, die ausgestellten Bilder zeigen Eisberge, Gletscher und Schlittenhunde. Neben einer kleinen norwegischen Flagge, die in einem Stück Treibholz steckt, steht noch ein weiteres Nationalsymbol: die weiß-blau-rote Flagge der Russischen Föderation.

Seit mehr als 30 Jahren lebt der Künstler auf Spitzbergen, einer zu Norwegen gehörenden Inselgruppe in der Arktis. Russland betreibt hier mit der Stadt Barentsburg eine Bergbaukolonie, die nur etwa 50 Kilometer vom norwegischen Hauptort des Archipels, Longyearbyen, entfernt ist. Seit mehr als 100 Jahren leben Russen und Norweger hier Seite an Seite, meistens war es friedlich, es entstanden viele Freundschaften.

Von der guten Nachbarschaft zeugen auch Fotos, die Olaf Storø auf seinem Handy zeigt: Sie zeigen den Mann mit dem schlohweißen Haar bei einer Feier in der russischen Nachbarsiedlung inmitten von Freunden. Flaschen stehen auf dem Tisch, die Menschen auf den Fotos lachen.

Doch seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die Beziehung zwischen Russen und Norwegern von Misstrauen und Unsicherheit geprägt. Viele Norweger auf dem Archipel fürchten den Zusammenbruch der Gemeinschaft.

Gerüchte und offene Feindseligkeiten

"Die Gesellschaft hier im Ort ist durch und durch gespalten", erzählt Olaf Storø, während er Holz aus seinem Toyota in seine Werkstatt trägt. Die Stimmung im Ort habe sich geändert. Viele Norweger würden hinter seinem Rücken über ihn tuscheln, weil er noch immer Kontakt zu Russen hält, mit ihnen befreundet ist.

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Spitzbergen gehört zu Norwegen, doch der Spitzbergenvertrag von 1920 gibt Bürgern und Unternehmen aller Vertragsstaaten das gleiche Recht auf Zugang und Aufenthalt. Russland nutzt das: Barentsburg wird vom Staatskonzern Trust Arktikugol betrieben. Anfang 2026 lebten dort und in Pyramiden laut der norwegischen Statistikbehörde SSB 392 Menschen, in Longyearbyen und Ny-Ålesund 2.512. Auf der gesamten Inselgruppe sind 305 russische Staatsbürger gemeldet.

In den vergangenen vier Jahren hat sich viel verändert auf Spitzbergen. Storø erzählt von offenen Feindseligkeiten, sogar Mobbingvorfälle gegen russischstämmige Kinder soll es in der Schule von Longyearbyen gegeben haben. Auf Anfrage will die Einrichtung solche Fälle weder bestätigen noch dementieren.

Wodka am russischen Nationalfeiertag

Terje Aunevik ist der Bürgermeister von Longyearbyen, die höchste zivile Autorität auf der Inselgruppe. Der knapp zwei Meter große Norweger kam im Jahr 1998 nach Spitzbergen, eigentlich wollte er dort seine Karriere als Fahrer von Hundeschlittenrennen professionalisieren. Doch dann gründete er eine Logistikfirma.

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