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Proteste in Frankreich: Polizei nimmt fast 1.000 Menschen fest

8 hours ago 1

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Newsblog zu Protesten in Europa

Plünderungen, 1.000 Festnahmen, Schwerverletzte


Aktualisiert am 24.10.2026 - 21:02 UhrLesedauer: 1 Min.

FRANCE-PROTEST/Vergrößern des Bildes

Ein maskierter Demonstrant wirft während Zusammenstößen mit der französischen Polizei eine Tränengasgranate. (Quelle: Dylan Martinez/reuters)

In Frankreich nimmt die Polizei 1.000 Menschen fest. Auch in anderen Ländern gibt es massive Proteste. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Wichtige Updates

Heute 18:18 Uhr

Fast 1.000 Festnahmen in Frankreich

Heute 17:32 Uhr

Proteste in Italien – unter anderem in Mailand, Bologna, Turin und Rom

Heute 17:30 Uhr

Tränengas und Wasserwerfer bei Protest in Paris

Heute 17:01 Uhr

Erste Plünderungen – Polizei meldet Festnahmen

Tränengas und Wasserwerfer bei Protest in Paris

Zum Ende der Demonstration in Paris verschärft sich die Lage offenbar wieder. Bilder zeigen Tränengaswolken, Feuerwerkskörper und den Einsatz von Wasserwerfern. In Fernsehaufnahmen sind Knallgeräusche zu hören, eine Mülltonne brennt. Nach Angaben der Pariser Polizeipräfektur versuchten Randalierer am Ende des Demonstrationszuges, in ein Autohaus einzudringen. Die Einsatzkräfte verhinderten dies durch rasches Eingreifen, teilt die Behörde auf der Plattform X mit.

Zwei Schwerverletzte bei Zusammenstößen in Frankreich – Mann verliert Finger

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez berichtet am Samstagabend vor Journalisten von zwei Schwerverletzten bei Zusammenstößen in Clermont-Ferrand und Toulouse. In Toulouse erleidet nach Behördenangaben ein 20-Jähriger eine schwere Handverletzung. Laut einem Helfer verlor der junge Mann bei einer Explosion mehrere Finger.

Fast 1.000 Festnahmen in Frankreich

Bei den Protesten in Frankreich sind nach Regierungsangaben fast 1.000 Menschen festgenommen worden. Die Zahl werde voraussichtlich noch steigen, sagte Innenminister Laurent Nuñez vor Journalisten. Die genehmigten Protestzüge seien zunächst "gut verlaufen". Die Einsatzkräfte der Polizei seien später allerdings "mit einem extrem erhöhten Maß an Gewalt" von "Militanten der extremen Linken" konfrontiert gewesen.

Tirana: Gummigeschosse und Wasserwerfer gegen Demonstranten

In Albaniens Hauptstadt Tirana geht die Polizei mit Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschossen gegen Demonstranten vor. Die Protestierenden warfen zuvor Steine auf die Beamten und legten am Eingang des Landwirtschaftsministeriums Feuer. Die von Studenten angeführten Proteste richten sich gegen mutmaßliche Korruption in der Regierung, fehlende Arbeitsplätze und schlechte Bildungsstandards. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama, der seit 2013 im Amt ist.

Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu Ausschreitungen, bei denen unter anderem Regierungsgebäude in Brand gesetzt wurden. Den aktuellen Unruhen gingen weitgehend friedliche Proteste im Sommer voraus. Diese richteten sich gegen ein umstrittenes Luxus-Bauprojekt an der Küste, das Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, vorantreibt.

Proteste in Italien – unter anderem in Mailand, Bologna, Turin und Rom

Nach Krawallen am vergangenen Wochenende ist die Polizei in Italien erneut mit einem Großaufgebot im Einsatz: In mehreren italienischen Städten demonstrieren Tausende Menschen. Bei einigen Protesten ist es zu vereinzelten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen. Die Proteste umfassen ein breites Spektrum an Themen, darunter hohe Lebenshaltungskosten, hohe Benzinpreise sowie Aufrüstung.

Im norditalienischen Mailand, in der es vergangenes Wochenende zu schweren Krawallen gekommen war, gab es mitunter erneut Spannungen. Dort trafen im Zentrum Demonstranten auf Sicherheitskräfte: Die Polizei stoppte den Demonstrationszug, dabei wurden Schlagstöcke eingesetzt. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren vor allem viele Luxusgeschäfte verbarrikadiert.

In Bologna setzte die Polizei zwischenzeitlich Tränengas und Wasserwerfer ein, um einen Demonstrationszug daran zu hindern, den Bahnhof zu erreichen. In Turin drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Schilden zurück. In Rom zog eine pro-palästinensische Demonstration durchs historische Zentrum. Auch in Neapel und Florenz versammelten sich Demonstranten.

Erste Plünderungen – Polizei meldet Festnahmen

In Nantes, im Nordwesten Frankreichs, seien Beschädigungen und Plünderungen in einem Geschäft gemeldet worden. Das teilte die zuständige Präfektur mit. Die Sicherheitskräfte hätten sechs Personen festgenommen. Auch andernorts wurden Berichten zufolge Plünderungen beobachtet, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

In Paris bleibt die Lage laut Polizei ruhig – 800.000 Demonstranten landesweit

In Paris bleibt die Lage nach Angaben der Polizei auch am späten Nachmittag ruhig. Die Polizei beziffert die Zahl der Teilnehmer eines Protestmarsches in der Hauptstadt auf 110.000. Die Gewerkschaft CGT spricht am frühen Abend von 250.000 Demonstranten allein in Paris. Landesweit gehen nach ihren Angaben fast 800.000 Menschen auf die Straße.

Neue Proteste von Frankreichs Gelbwesten angekündigt

Während des laufenden Protesttages in Frankreich hat die Gelbwesten-Bewegung bereits neue Demonstrationen für kommende Woche angekündigt. Am 31. Oktober soll es einen "3. Akt" geben, teilten die Organisatoren der vergangenen Veranstaltungen auf ihrer Webseite mit. Sie riefen zu Kundgebungen und Sitzstreiks vor der Nationalversammlung sowie vor sämtlichen Rathäusern Frankreichs auf.

Am kommenden Freitag soll es zudem eine Protestveranstaltung geben, bei der mit Küchenutensilien wie Töpfen und Pfannen Lärm gemacht wird – eine sogenannte Casserolade.

Der Protest der Gelbwesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeit hatte Frankreich zwischen November 2018 und Frühjahr 2019 in Atem gehalten. Ihr Name geht darauf zurück, dass viele der Demonstranten gelbe Warnwesten trugen. Im Zuge der nun stattfindenden Proteste in Frankreich zeigt die Bewegung wieder Präsenz.

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