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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayKremlherrscher beruft Krisenstab ein
Putin sieht sich als Opfer
Aktualisiert am 29.06.2026 - 01:37 UhrLesedauer: 5 Min.

Der russische Machthaber Wladimir Putin auf dem Internationalen Wirtschaftsforum (Archivbild). (Quelle: Dmitri Lovetsky/AP/dpa)
Russlands autoritäre Machthaber spricht ungewöhnlich offen über Probleme. Einen Schuldigen benennt er auch. Die Rede kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für Putin.
Der autoritär regierende Präsident Russlands, Wladimir Putin, hat in seltener Offenheit Probleme im Land eingeräumt. In einem am Sonntag vom Kreml veröffentlichten Interview mit einem russischen Journalisten sprach er von einer "gewissen" Treibstoffknappheit. Putin sagte ferner, er rechne mit weiteren Besuchen der US-Unterhändler in Moskau, um über den Ukraine-Konflikt zu verhandeln.
"Was Angriffe auf die kritische Infrastruktur im Allgemeinen und die Energieinfrastruktur im Besonderen betrifft, so verursachen diese Angriffe auf unsere Infrastruktureinrichtungen natürlich Probleme, das ist offensichtlich", sagte Putin. "Im Moment beobachten wir einen gewissen Mangel, aber er ist nicht kritisch."
Putin berief zudem eine Krisensitzung zu den aktuellen russischen Versorgungsproblemen ein. Zuallererst müssten die Auswirkungen der wiederholten ukrainischen Angriffe gegen Raffinerien und andere Objekte der Erdölindustrie abgefedert werden. "Wir müssen die Folgen terroristischer Anschläge auf unsere zivilen Einrichtungen und die Infrastruktur reduzieren", wurde Putin überdies von der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zitiert. An der Sitzung nahmen Vertreter diverser Ministerien sowie der wichtigsten Erdöl-Produzenten Russlands teil.
Treibstoffkrise erfasst fast sämtliche Regionen
Die zuletzt verstärkten ukrainischen Angriffe gegen die Erdölindustrie in Russland haben zu ernsthaften Versorgungsproblemen geführt. "An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig", sagte Putin. Er bestätigte, dass bereits über ein Exportverbot für Diesel-Treibstoff nachgedacht werde. Russland habe inzwischen begonnen, seine Benzinreserven anzuzapfen. Putin erwartete schon im Juli eine deutliche Erhöhung der Produktion der wichtigsten Treibstoffarten. "Die sich stellenden außergewöhnlichen Aufgaben werden gelöst, und zwar klar, zügig und kompetent im Interesse des Landes und unserer Bürger", gab er den Produzenten und Ministerien eine klare Marschrichtung vor.
Der ständigen ukrainischen Angriffe gegen Ölanlagen haben im Alltag der Russen bereits tiefere Spuren hinterlassen: Die Treibstoffkrise, die auf der 2014 von Russland annektierten Krim ihren Anfang nahm, hat inzwischen fast sämtliche Regionen des Landes erfasst. Lange Schlangen bilden sich an den Tankstellen, die noch Benzin verkaufen. Auf der Krim geben die Tankstellen derweil Treibstoff gar nicht mehr an Privatpersonen ab.


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