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Telefonische Krankschreibung: DIW warnt vor mehr Fehlzeiten durch neue Regeln für Krankschreibungen

2 weeks ago 13

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Die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung könnte den beabsichtigten Zweck verfehlen, mahnt das DIW. Auch Hausärzte kritisieren das Vorhaben.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, Aktualisiert am 4. Juli 2026, 1:46 Uhr

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Telefonische Krankschreibung Abschaffung AU Attest Fehltag
Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag erforderlich sein. © Sina Schuldt/​dpa

Durch strengere Regeln für Krankschreibungen rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht mit einer spürbaren Senkung des Krankenstands in Deutschland. Eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag könne stattdessen zu mehr Praxisbesuchen führen und Ansteckungsrisiken in Wartezimmern erhöhen, sagte der DIW-Ökonom Daniel Graeber. »Sollte dies dazu führen, dass Menschen trotz leichter Infekte an den Arbeitsplatz gehen, könnten Ansteckungen am Arbeitsplatz am Ende zu mehr Fehltagen führen, als wenn diese Beschäftigten einfach zu Hause geblieben wären«, warnte Graeber.

Einen kausalen Zusammenhang zwischen den hohen Krankenständen der vergangenen Jahre und der seit Ende 2023 möglichen telefonischen Krankschreibung sieht Graeber nicht. Analysen auf Basis von Daten der Krankenkasse Barmer gäben keine Hinweise auf einen Anstieg der Arbeitsunfähigkeitsfälle durch Telefon- oder Video-Krankschreibungen.

Hausärzte lehnen Pläne der Koalition ab

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband kritisierten die Pläne zur erschwerten Krankschreibung als »reine Symbolpolitik«. Die Bundesvorsitzende des Verbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, sagte der Rheinischen Post, die geplanten Änderungen würden weder den Krankenstand senken noch Missbrauch verhindern. Ginge es wirklich darum, Betrug zu bekämpfen, müsse man den »Wildwuchs« bei Videosprechstunden-Anbietern begrenzen, die teils aggressiv mit schnellen Krankschreibungen werben würden.

»Wenn irgendwo großes Missbrauchspotenzial liegt, dann bei anonymen Plattformen, die damit Profit machen und ihre Kunden nicht einmal kennen. Dort ist Betrug Tür und Tor geöffnet und nicht in unseren Praxen!«, sagte Buhlinger-Göpfarth. Die telefonische Krankschreibung berge dagegen nicht mehr Missbrauchspotenzial als ein Praxisbesuch, da sie daran gebunden sei, dass die Praxis die Patientinnen und Patienten kenne.

Union und SPD wollen Krankmeldungen nach hohen Fehlzeiten in Unternehmen erschweren. Künftig soll als gesetzliche Regel gelten, dass Beschäftigte bereits ab dem ersten Fehltag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen müssen, statt wie bisher in der Regel ab dem vierten Tag. Die seit Ende 2023 unter Bedingungen mögliche telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden. Kanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne mit zu vielen Krankentagen.

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