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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayMoskaus Täuschungsmanöver
Moskaus angebliche Siege haben einen Haken
22.10.2026 - 10:53 UhrLesedauer: 4 Min.

Bombardierung in der Ukraine (Symbolbild): Russlands Angaben über den Frontverlauf weichen teils erheblich von unabhängigen Analysen ab. (Quelle: Alexei Alexandrov)
Ein Soldat verschwindet vor laufender Kamera, aus Hallen werden plötzlich Wohnhäuser. Hinter den bizarren Aufnahmen steckt eine Propagandamasche, vor deren Folgen inzwischen selbst russische Militärblogger warnen.
Ein Soldat schwenkt im ukrainischen Ort Bilyj Kolodjas eine Russlandfahne. Das Video, in dem er zu sehen ist, soll den Kämpfer nach der Einnahme des Ortes zeigen. Doch etwas stimmt nicht: Bei genauerer Betrachtung wirkt der Mann im Vergleich zu den umliegenden Bäumen riesig. Als die Kamera herauszoomt, verschwindet er plötzlich.
Der Clip wurde Ende Juli über russische Telegram-Kanäle verbreitet und sollte die angebliche Einnahme der Ortschaft im Gebiet Charkiw belegen. Tatsächlich war der Soldat nach Einschätzung des ISW mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) in die Aufnahme eingefügt worden. Der Ort befand sich zu diesem Zeitpunkt weiterhin unter ukrainischer Kontrolle.
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Die Aufnahme soll innerhalb der russischen Armee personelle Konsequenzen gehabt haben. Einer russischen Quelle zufolge wurden der Kommandeur des beteiligten Regiments und ein Bataillonskommandeur nach ihrer Veröffentlichung abgesetzt. Unabhängig bestätigt ist das nicht.
Videos wie dieses gibt es mittlerweile mehrere, wie das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) berichtet. Demnach verbreiten russische Militärblogger und einzelne Armee-Einheiten zunehmend KI-generierte oder manipulierte Aufnahmen, um Geländegewinne vorzutäuschen.
Russische Siege nur auf dem Bildschirm
Zwischen Juni und Ende August identifizierten die Analysten mindestens 35 verdächtige Aufnahmen. Bei mindestens zehn stellten Prüfprogramme mit hoher Wahrscheinlichkeit eine KI-Manipulation fest. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen.
Auf echte Drohnenaufnahmen ukrainischer Ortschaften werden mithilfe von KI etwa russische Soldaten und Flaggen montiert.
Die Bilder wirken auf den ersten Blick glaubwürdig, weil Gebäude und Straßen oft echt sind und nur einzelne Details verändert wurden. Selbst wenn sich der Aufnahmeort eindeutig bestimmen lässt, muss das Gezeigte also nicht echt sein.
Wie auffällig die Fehler trotzdem ausfallen können, zeigt ein weiteres Beispiel aus der Region Charkiw: Die angebliche Einnahme des ukrainischen Ortes Oskil im Gebiet Charkiw sollte im August mit einem solchen Video belegt werden. Doch die ukrainischen Analysten des Projekts DeepState entdeckten beim Abgleich mit Satellitenbildern Ungereimtheiten: Einzelne Gebäude sahen anders aus oder fehlten gar ganz. Anstelle von Hallen standen im Video Wohnhäuser.
Das ISW hält auch dieses Video für wahrscheinlich KI-manipuliert. Nach Erkenntnissen der Analysten waren russische Truppen zu diesem Zeitpunkt noch mindestens 17 Kilometer von Oskil entfernt.
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