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Trump lässt weiter Migranten verschwinden
11.07.2026 - 08:46 UhrLesedauer: 4 Min.

Donald Trump und Markwayne Mullin: Die US-Regierung hat sich eine harte Migrationspolitik zum Ziel gesetzt. (Quelle: CNP / AdMedia/imago)
Ohne großes Aufsehen hat ICE in den vergangenen Wochen die Zahl an Verhaftungen weiter erhöht. Doch jetzt wirft der Tod eines Migranten Fragen auf.
David Schafbuch berichtet aus New York
Am Dienstag fuhr Lorenzo Salgado Araujo wie gewohnt mit drei seiner Kollegen zur Arbeit. Auf dem Weg dorthin wurde er von Agenten der Migrationsbehörde ICE angehalten. Bei der anschließenden Verkehrskontrolle schossen die Agenten dem 52-jährigen Mexikaner in den Bauch. Wenig später verstarb er an seiner Verletzung in einem Krankenhaus in der texanischen Stadt Houston.
Salgado Araujo hatte keine Aufenthaltserlaubnis, lebte aber seit rund 35 Jahren in den USA und leitete seine eigene Baufirma. Laut seiner Familie hatte er sich in den vergangenen Monaten um eine Arbeitserlaubnis bemüht.
Öffentlich war es zuletzt ruhiger um ICE und das dafür zuständige US-Heimatschutzministerium geworden: Nachdem bei großangelegten Razzien Anfang des Jahres in der Stadt Minneapolis zwei US-Bürger durch Mitarbeiter von ICE und vom US-Grenzschutz ums Leben gekommen waren, war das Ministerium massiv in die öffentliche Kritik geraten.
Seitdem wurde ein Großteil der Verantwortlichen ausgetauscht. An der harten Linie in der Migrationspolitik hat die US-Regierung von Donald Trump dagegen nichts geändert. In den vergangenen Monaten agierte das Heimatschutzministerium professioneller, unauffälliger, aber nicht weniger entschlossen. Dadurch soll ICE seine Zahlen bei Verhaftungen sogar noch gesteigert haben.
Im Fall von Lorenzo Salgado Araujo heißt es vom Heimatschutzministerium, die Beamten hätten sich von dem Mann bedroht gefühlt. Demnach habe er sein "Fahrzeug als Waffe" eingesetzt und soll ein ICE-Auto gerammt haben. Daraufhin hätten die Beamten das Feuer eröffnet.
Belege legte das Ministerium dafür bislang nicht vor. Aufnahmen von Bodycams der ICE-Mitarbeiter gibt es nicht. Laut Informationen der "New York Times" war der Mann zudem nicht das eigentliche Ziel der Fahrzeugkontrolle gewesen. Demnach sei der Wagen angehalten worden, weil zwei illegale Einwanderer aus Guatemala in dem Auto vermutet wurden. Diese habe man aber nicht angetroffen.
Die übrigen drei Insassen haben die Version des Ministeriums bestritten. "Ich glaube, die ICE-Beamten lügen", sagte Hugo Balderas-Ibarra der "Washington Post". Der Anwalt vertritt die drei übrigen Insassen, die sich allesamt in Abschiebehaft befinden. Balderas-Ibarra hat nach eigenen Angaben die drei Männer unabhängig voneinander zu dem Vorfall befragt. Keiner von ihnen gab an, dass Salgado Araujo mit seinem Auto die Beamten in Gefahr gebracht hätte. Zur Aufklärung des Vorfalls hat das Heimatschutzministerium eine eigene Ermittlung angekündigt, genauso wie das FBI.


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