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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayGrünen-Vorsprung schrumpft laut ARD-Hochrechnung weiter
Laut der jüngsten Hochrechnung von Infratest dimap liegt die CDU inzwischen nur noch 0,6 Prozentpunkte hinter den führenden Grünen. Die jüngsten Zahlen zeigen die Grünen bei 30,3 Prozent der Stimmen und die CDU bei 29,7.
Die AfD liegt demnach aktuell bei 18,7 Prozent, die SPD dürfte es mit 5,6 knapp in den Landtag schaffen. Die FDP (4,4) und die Linke (4,3) dürften hingegen außen vor bleiben.
Die SPD ist nur noch knapp drin
33,3 Prozent für die SPD in Baden-Württemberg. Das gab’s mal: bei der Landtagswahl 2001. Mittlerweile: nur noch fünf Prozent Komma irgendwas. Nach bereits schon ernüchternden elf Prozent bei der Landtagswahl im Jahr 2021. So einen Wahlkampf habe er „so noch nie erlebt“, sagt Andreas Stoch, der sozialdemokratische Spitzenkandidat. Wie ein OB-Wahlkampf sei das abgelaufen, die ersten beiden - Grüne und CDU - hätten den Sieger unter sich ausgemacht.
Die Polarisierung und Personalisierung habe Folgen fürs Land: „Wer glaubt denn, dass sich in dieser Regierungskonstellation was ändern wird?“, fragt Stoch. Es werde alles weiterlaufen wie bisher, dabei fehlten 200.000 Wohnungen und es brauche eigentlich eine aktive Wirtschaftspolitik und Bildungsgerechtigkeit. Er werde die Konsequenzen aus dem Ergebnis ziehen, sagt Stoch, und sich vom Landes- und Fraktionsvorsitz zurückziehen und als einfacher Abgeordneter arbeiten in der „einzigen demokratischen Opposition“ im Landtag von Baden-Württemberg.
Tatsächlich ist die FDP aller Voraussicht nach das erste Mal aus dem Parlament geflogen und die Linke hat es trotz ihres bislang besten Ergebnisses nicht geschafft: Beide rangieren derzeit etwas über vier Prozent.

Vorsitzender der Türkischen Gemeinde blickt positiv auf Özdemirs Wahlerfolg
Gökay Sofuoglu, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschlands, bewertet den Wahlerfolg von Cem Özdemir als ein Zeichen für eine "Normalisierung der Gesellschaft". Özdemir verkörpere die Identifikation mit dem Land, sagte Sofuoglu dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Dadurch sei er für viele junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ein Vorbild.
Sofuoglu verwies darauf, dass Özdemirs Eltern klassische Gastarbeiter gewesen seien. "Das ist für mich eine Normalisierung der Gesellschaft", sagte Sofuoglu weiter.

CDU bei Briefwählern beliebt, AfD an der Urne erfolgreicher
Beim genauen Blick auf das Wahlverhalten in Baden-Württemberg fällt auf, dass die CDU bei den Zweitstimmen auf besonders viele Briefwähler setzen konnte. Hier liegt sie nach den vorläufigen Zahlen des Landesstatistikamtes sogar vorne (32,8 Prozent). Die Grünen stehen bei den reinen Briefwahlstimmen bei 31,3 Prozent (Stand 20:58 Uhr). Noch sind allerdings nicht alle Stimmen ausgezählt.
Interessant: Die AfD wurde bei den Zweitstimmen deutlich häufiger direkt am Wahltag, in den Wahlkabinen angekreuzt. Blickt man nur auf diese "Urnenwahl", dann kommt die AfD sogar auf 22,4 Prozent. Bei der Briefwahl wählten sie lediglich 12,5 Prozent.
Zeit für Schuldzuweisungen in der CDU
Was bedeutet das Ergebnis der Landtagswahl für die Bundespolitik? Mein Kollege Fabian Reinbold analysiert: Nein, das war heute keine Bundestagswahl im Kleinen, aber doch "der erste richtige Stimmungstest für Bundeskanzler Friedrich Merz, seine nervöse CDU und die fragile Koalition, die er in Berlin anführt". Und er sagt voraus: "Schuldzuweisungen dürften nun zumindest intern ausgetauscht werden, denn sowohl vor Ort ("rehbraune Augen") als auch im Bund ("Lifestyle-Teilzeit") wurden schwere Fehler gemacht".
Die ganze Analyse lesen Sie hier:

Wähler fanden Özdemir glaubwürdiger und kompetenter als Hagel
Während die Grünen nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen mit dem besseren Kandidaten gepunktet haben, hat die CDU mit ihrer Sachkompetenz überzeugt. Der Spitzenkandidat der Grünen, Cem Özdemir, wurde von Wähler und Wählerinnen als sympathischer, glaubwürdiger und auch kompetenter als sein CDU-Wettbewerber Manuel Hagel eingeschätzt.
Insgesamt 55 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Grünen im Südwesten für eine andere Politik als im Bund stehen. 36 Prozent stimmten eher dagegen. Dafür sahen viele bei der CDU mehr Kompetenz bei dem wichtigsten Thema Wirtschaft sowie beim zweitwichtigsten Thema Bildung und Schule. Inhaltlich profitierten die Grünen hingegen vor allem beim Thema Klimaschutz. Außerdem hat der Wunsch nach politischer Stabilität den Grünen zu ihren guten Ergebnissen verholfen.
Nach Beobachtungen der Wahlforscher litten SPD und FDP unter der Zuspitzung auf ein Duell zwischen Schwarz und Grün. Jedoch hätten die Parteien auch darüber hinaus große eigene Defizite gezeigt. Die AfD wurde von 62 Prozent der Befragten "als Denkzettel" gewählt.

Deutlich höhere Wahlbeteiligung
Mit einer vorläufigen Wahlbeteiligung von 70,5 Prozent haben deutlich mehr Menschen in Baden-Württemberg diesmal ihre Stimme abgegeben als bei der vorigen Landtagswahl 2021. So zeigen es Daten von Infratest dimap. Damals hatte die Wahlbeteiligung bei 63,8 Prozent gelegen.
Der Anteil der Menschen, die per Brief ihre Stimme abgegeben haben, lag bei 36 Prozent. Auch diese Zahlen sind vorläufig. 2021 waren es 51,3 Prozent gewesen.

"Nicht in Berlin, sondern in Baden-Württemberg"
Am Abend des Wahltages stellen im Berliner Delphi Filmpalast zwei Grünen-Granden ein Buch vor: Erinnerungen eines Vaterlandslosen von Daniel Cohn-Bendit, der sich dazu von Robert Habeck interviewen lässt. Beide freuen sich hörbar über das, was an Informationen aus Baden-Württemberg zu ihnen dringt: "Für unsere geliebte Partei war das ein guter Abend", sagt der frühere Vizekanzler Habeck: "Cem Özdemir wird vermutlich Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Wer hätte das vor vier Wochen gedacht?"
Und Cohn-Bendit, der Özdemir einst ins Europaparlament geholt hatte, würdigt das voraussichtliche Wahlergebnis so: "Der erste türkische Deutsche wird Ministerpräsident: nicht in Berlin, nicht in Kreuzberg, sondern in Baden-Württemberg."

Grünen haben meiste Stimmen an CDU verloren
Die vorläufigen Hochrechnungen zeigen, dass die Grünen rund 150.000 Stimmen an die mitregierende CDU verloren haben. Dies geht aus Zahlen einer vorläufigen Analyse der Wählerwanderungen durch Infratest dimap für die ARD hervor. Die Grünen gewann jedoch 110.000 Stimmen von der SPD, je 15.000 von FDP und Linkspartei sowie 105.000 aus dem Lager bisheriger Nichtwählender. Im Gegenzug gingen 30.000 Stimmen der Grünen an die AfD.
Die CDU verlor mit 70.000 die meisten Stimmen an die AfD. Von der FDP gewann sie hingegen 150.000 Stimmen, von der SPD 60.000 und 155.000 von bisherigen Nichtwählerinnen und -wählern. Die SPD gab außer den Verlusten an CDU und Grüne auch 30.000 Stimmen an die AfD ab, die FDP sogar 60.000 und die Linkspartei 10.000.
Die Linke gewann dafür 20.000 Stimmen aus dem Nichtwähler-Lager. Die AfD bekam mehr als 195.000 Stimmen von bisher Nichtwählenden.

Weiterhin knappes Rennen um den Wahlsieg
Auch die neuen Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF zeigen: Das Rennen um den Wahlsieg bleibt knapp. Die Grünen liegen nach wie vor auf Platz eins, allerdings nur einen Prozentpunkt vor der CDU. Hier die jüngsten Zahlen (Stand 20:07 Uhr):
Grüne: 30,7 Prozent
CDU: 29,7 Prozent
AfD: 18,4 Prozent
SPD: 5,5 Prozent
FDP: 4,4 Prozent
Linke: 4,4 Prozent

"Was jetzt?" mit einer Blitzanalyse der Wahl
In der Sonderfolge unseres Podcasts Was jetzt? haben meine Kolleginnen Rita Lauter und Lisa Caspari über die (noch vorläufigen) Ergebnisse der Wahl gesprochen. Sie blicken zurück auf den Wahlkampf und schauen sich an, welche Rolle die Bundespolitik der CDU und der Grünen bei dieser Wahl spielte.
Hören Sie hier mehr zu den Einschätzungen der beiden:

Vorsprung der Grünen wird knapper
Die jüngste Hochrechnung von Infratest dimap für die ARD sieht die Grünen zwar weiterhin vorne, aber der Abstand zur CDU schrumpft auf nur noch 0,7 Prozentpunkte. Hier die genauen Zahlen:
Grüne: 30,4 Prozent
CDU: 29,7 Prozent
AfD: 18,6 Prozent
SPD: 5,6 Prozent
FDP: 4,4 Prozent
Linke: 4,3 Prozent
FDP-Landeschef Rülke bestätigt Rücktritt
Angekündigt hatte er ihn bereits kurz nach Schließung der Wahllokale, sofern die erste Prognose sich bestätigen würde. Nun hat FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke tatsächlich seinen Rücktritt als Chef der Landespartei verkündet.
Seine Partei wird aller Voraussicht nach nicht im neuen Landtag vertreten sein.

SPD erreicht ihr womöglich schlechtestes Ergebnis
Die rund 5,5 Prozent für die SPD in den Hochrechnungen sind das schlechteste Ergebnis, das die Partei je auf Landes- oder Bundesebene in der Bundesrepublik verzeichnet hat. 2021 hatte sie in Baden-Württemberg noch 11,0 Prozent erreicht. Nun hat sich ihr Ergebnis halbiert. Die rund 5,5 Prozent lösen ihr bisher schlechtestes Ergebnis in Thüringen mit 6,1 Prozent im September 2024 ab.
CDU-Verpflegung, die nach Zeitgeist schmeckt
Konservative Mahlzeit mit progressiver Füllung: Die Verpflegung bei der CDU-Wahlparty erinnert wenn nicht optisch, dann doch zumindest kulinarisch an Schwarz-Grün. Wie wohl umgekehrt eine grün-schwarze Verpflegung aussähe?


2 months ago
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