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Abgeordnetenhauswahl in Berlin: Berliner JU-Chef fordert Wegner zu Verzicht auf Spitzenkandidatur auf

1 day ago 15

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Der Vorsitzende der Jungen Union in Berlin hält Kai Wegner als Spitzenkandidat nicht mehr für glaubwürdig. Dieser beteuert erneut, »aus Fehlern zu lernen«.

Quelle: DIE ZEIT, 9. Juli 2026, 1:53 Uhr

Abgeordnetenhauswahl Berlin Kai Wegner Harald Burkart CDU
Kai Wegner steht durch sein Krisenmanagement beim Stromausfall in Berlin im Januar seit Monaten in der Kritik. © Kay Nietfeld/​dpa

Der Chef der Jungen Union in Berlin, Harald Burkart, hat den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) aufgefordert, bei der Abgeordnetenhauswahl auf die Spitzenkandidatur der CDU zu verzichten. »Kai Wegner sollte heute unmissverständlich erklären, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters antritt«, sagte Burkart dem Nachrichtenportal The Pioneer.

Dies wäre »im Interesse der Stadt und der Partei«, sagte der Vorsitzende der CDU-Jugend. Stattdessen solle jemand kandidieren, »der in seiner persönlichen Integrität unangreifbar« sei.

Zuvor hatte der Tagesspiegel unter Berufung auf Angaben auf der Senatskanzlei berichtet, dass Wegner während des Stromausfalls in Berlin am 3. Januar vormittags nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert habe. Die Senatskanzlei teilte demnach mit: »Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt.«

JU-Chef sieht Glaubwürdigkeit beschädigt

JU-Chef Burkart sagte The Pioneer, »dieser dokumentierte Widerspruch betrifft die Grundlage politischer Führung, nämlich Glaubwürdigkeit«. Ein Grund für den Negativtrend der CDU in Umfragen sei auch ein »Glaubwürdigkeitsproblem an der Spitze«. Ein Rückzug Wegners könne »eine starke inhaltliche Agenda ermöglichen – beim Wohnungsbau, bei der Wirtschaft und bei der inneren Sicherheit«.

Wegner war bereits während des tagelangen Blackouts in die Kritik geraten, unter anderem, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist nicht lückenlos klar, mit welchen Stellen er wann und auf welche Weise Kontakt hatte.

Umfrage sieht Linke in Berlin vorn

Auf X schrieb Wegner am Mittwoch, dass er seine Aussagen von Anfang Januar »bis heute sehr bedauere«. In dem Posting sprach er – entgegen der Darstellung der Senatskanzlei im Tagesspiegel – dass er am 3. Januar vor 13 Uhr zwei Telefonate geführt und per Textnachrichten kommuniziert habe. »Für mich ist entscheidend, aus Fehlern zu lernen und es künftig besser zu machen.«

Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 20. September statt. Zuletzt lag in einer Umfrage von Infratest dimap Anfang Juli die Linke mit 20 Prozent als stärkste Kraft vorn. Auf Platz zwei kamen die Grünen mit 19 Prozent der Stimmen, gefolgt von der AfD mit 18 Prozent. Die CDU, die mit Wegner derzeit den Regierenden Bürgermeister stellt, stürzte auf 17 Prozent auf Platz vier ab. Die SPD würde laut Sonntagsfrage 13 Prozent erzielen. Die aktuell regierende schwarz-rote Koalition hätte laut Umfrage keine Mehrheit mehr. 

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