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Russland zwingt Firmen wohl zur Soldaten-Rekrutierung
Aktualisiert am 04.04.2026 - 04:13 UhrLesedauer: 2 Min.

Wladimir Putin: Nun nimmt er russische Unternehmen in die Bringpflicht für die Rekrutierung neuer Soldaten. (Archivbild) (Quelle: Yury Kochetkov)
Russland weitet seine Rekrutierungsbemühungen für die Armee aus. Nun sollen offenbar auch Unternehmen Mitarbeiter als Kandidaten benennen.
In Russland sollen Unternehmen offenbar stärker in die Rekrutierung für die Armee eingebunden werden. Das geht aus einer Anordnung des Gouverneurs der Region Rjasan, Pawel Malkow, hervor. Demnach müssen Betriebe mit mindestens 150 Beschäftigten dann Mitarbeiter als Kandidaten für einen Militärdienst benennen.
Die Vorgaben richten sich laut der Anordnung an alle Unternehmen und Einrichtungen unabhängig von ihrer Eigentumsform, also sowohl an private als auch an staatliche Arbeitgeber. Firmen mit 150 bis 300 Mitarbeitern sollen mindestens zwei Kandidaten melden, bei 300 bis 500 Beschäftigten sind es drei. Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen demnach fünf Namen einreichen.
Die Anordnung trägt das Datum 20. März. Den Berichten zufolge sollen die Unternehmen ihre Kandidaten bis zum 20. September benennen. Konkrete Strafen für den Fall, dass die Vorgaben nicht erfüllt werden, werden in dem Dokument demnach nicht genannt. In der Region Rjasan können Unternehmen bei einer Behinderung staatlicher Anordnungen allerdings mit Geldstrafen von bis zu einer Million Rubel belegt werden.
Russland lockt mit hohen Prämien
Der Militärdienst auf Vertragsbasis gilt in Russland offiziell als freiwillig. Er ist seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine ein wichtiger Bestandteil der Truppenrekrutierung. Zugleich versucht Moskau seit längerer Zeit, auf unterschiedlichen Wegen zusätzliche Soldaten zu gewinnen. Dazu zählen hohe Antrittsprämien, die Rekrutierung im Ausland und weitere Maßnahmen zur Personalgewinnung.
Hintergrund ist, dass Russland seine Streitkräfte weiter ausbauen will. Die Zahl der aktiven Soldaten soll langfristig auf 1,5 Millionen steigen, die Gesamtstärke der Streitkräfte auf 2,38 Millionen. Berichten zufolge sinkt die Bereitschaft zum Vertragsdienst jedoch vor allem in größeren Städten. Zugleich leidet das Land unter Arbeitskräftemangel, der sich durch den Krieg und die hohe Belastung der Wirtschaft weiter verschärfen könnte.


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