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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayQuelle: dpa Hamburg/Schleswig-Holstein 11. August 2026, 12:18 Uhr
Zwei Wochen ist Steffen Bilger inzwischen im Amt - und hat zur Sommerferienzeit auch gleich losgelegt. Niedrigwasser in mehreren Flüssen mit drohenden Folgen für die Wirtschaft sind eine erste akute Krisenlage für den neuen Bundesverkehrsminister von der CDU. Dauer-Baustellen bei der Bahn kommen ohnehin dazu. Und bei einer Sommertour geht es auch um die vielen Extra-Milliarden fürs Verkehrsnetz, die jetzt für alle sichtbar werden sollen.
Das seien ganz klar die großen Probleme, die allen in Sachen Verkehr einfallen, sagte der 47-Jährige in Kiel zu seinen Prioritäten: «Also die Pünktlichkeit, die Zuverlässigkeit der Bahn, die vielen Investitionen, die jetzt in die Straßen, in die Wasserstraßen, in die Schienen gemacht werden müssen.» Bilger ging an Bord eines Forschungs-Katamarans, mit dem das Projekt einer autonom pendelnden Personenfähre über die Förde vorbereitet wird. Auf solche spannenden Themen der Mobilität der Zukunft wolle er auch einen Schwerpunkt setzen, sagte er.
Die Sommertour in Schleswig-Holstein übernahm Bilger, der von 2018 bis 2021 schon Parlamentarischer Verkehrs-Staatssekretär war, von seinem Vorgänger Patrick Schnieder (CDU). Den hatte Kanzler Friedrich Merz (CDU) abrupt geschasst - und gab Bilger als wichtigsten Arbeitsauftrag mit, dass er «jetzt die Chancen nutzt, die das Investitionsprogramm aus unserem Sondervermögen bietet.» Bei diesem «Aufbruch» müsse es schneller und besser werden.
«Geld muss verbaut werden»
«Das Geld muss verbaut werden, dafür wurde es uns bereitgestellt», sagte der neue Minister denn auch am Ufer des Nord-Ostsee-Kanals. Dort besuchte er den Ersatzneubau der Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn 7, über den in wenigen Monaten Fahrzeuge rollen sollen. Mitte Juli gelang der Brückenschluss des ersten Teilbauwerks, als nächster Schritt soll 2027 der Abriss der alten Brücke beginnen, bei der 2013 Verschleiß festgestellt worden war.
Er freue sich zu hören, dass das Projekt bisher im Zeitplan abgewickelt worden sei, sagte Bilger. «Das zeigt: Deutschland kann Infrastruktur.» Geplant ist, ab 2028 den Bau eines zweiten Brücken-Teilbauwerks zu starten. Klares Ziel sei, «dass wir alle Maßnahmen, die erforderlich sind, auch tatsächlich finanzieren können.» Er habe «volle Zuversicht, dass wir das auch tatsächlich hinkriegen».
Die Umsetzung nun möglicher Milliarden-Investitionen wird für Bilger dann auch im Alltag zu einer Bewährungsprobe werden. Denn Millionen Menschen und die Wirtschaft sollen Verbesserungen sehen, für die der Bund viele neue Schulden aufnimmt. Bis zum Ende der Wahlperiode stehen laut Ministerium insgesamt 170 Milliarden Euro für Investitionen bereit, darunter 106 Milliarden Euro für die Schiene. Mit einem kürzlich beschlossenen Gesetz gebe es nun auch schnellere Planungsmöglichkeiten. «Deswegen haben wir jetzt beste Voraussetzungen, tatsächlich richtig voranzukommen bei unserer Infrastruktur», sagte Bilger.
Generalsanierungen auf Prüfstand
Profitieren sollen davon perspektivisch auch Fahrgäste in den Zügen, bei denen das teils marode Gleisnetz mit für häufige Verspätungen sorgt. Bilger traf sich schon mit Bahnchefin Evelyn Palla und nannte es gut, wie sie ihre Aufgabe angeht. Überprüfen will der Minister das Konzept der Generalsanierungen mit gebündelten Arbeiten, das monatelange Streckensperrungen vorsieht. Wenn man es mache, müsse danach alles richtig gut sein, was teils nicht der Fall sei.
Einen Akzent setzte Bilger in diesem Zusammenhang auch bei den Boni für die Manager des bundeseigenen Konzerns. Erwartungen an die Zuverlässigkeit der Schiene könnten ein guter Maßstab für zusätzliche Vergütungen sein.
© dpa-infocom, dpa:260811-930-513492/1


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