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Kiew: Täter erschießt sechs Menschen – Zwei Polizisten rennen davon

1 month ago 32

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"Schändliches Verhalten"

Täter erschießt sechs Menschen – Zwei Polizisten rennen davon

Aktualisiert am 20.04.2026 - 00:46 UhrLesedauer: 3 Min.

In diesem Kiewer Supermarkt hatte sich der Täter verschanzt und Geiseln genommen.Vergrößern des Bildes

In diesem Kiewer Supermarkt hatte sich der Täter verschanzt und Geiseln genommen. (Quelle: Valentyn Ogirenko/Reuters)

Angst und Schrecken in Kiew: In einem Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt tötete ein Mann sechs Menschen. Kritik gibt es am Verhalten zweier Polizisten.

Mit Schüssen auf Passanten und einer blutigen Geiselnahme in einem Supermarkt hat ein Mann in Kiew für Angst und Schrecken gesorgt: In einem Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt tötete der Angreifer am Samstag sechs Menschen und verletzte 14 weitere, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Der Täter wurde schließlich von Sondereinsatzkräften der Polizei erschossen. Die Tathintergründe waren zunächst unklar, ein terroristisches Motiv wurde nicht ausgeschlossen.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft erklärte, sie prüfe diese Möglichkeit. Der Angreifer war nach Angaben der Ermittler 1968 in Moskau geboren worden. Die Sprecherin des ukrainischen Innenministeriums, Mariana Rewa, erklärte, dass es "bislang keine Bestätigung dafür gibt, dass er die russische Staatsbürgerschaft hatte". Die Ukraine steckt seit mittlerweile mehr als vier Jahren in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.

Selenskyj erklärte, "alle Umstände" der Gewalttat würden nun ermittelt. Nach seinen Angaben hatte der Täter zunächst auf der Straße vier Menschen erschossen, bevor er in den Supermarkt eindrang und dort Geiseln nahm. Bei ihrem Zugriff konnten die Spezialkräfte vier der Geiseln befreien, wie der Präsident in Onlinenetzwerken mitteilte. Eine der Geiseln sei jedoch von dem Täter erschossen worden. Eine weitere Frau sei im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen.

Klymenko: Täter war "eindeutig instabil"

Von den 14 Verletzten wurden am Sonntagabend acht Menschen noch im Krankenhaus behandelt, wie Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte. Einer davon befinde sich in einem "sehr ernsten Zustand".

Der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko erklärte, dass das Verhalten des Angreifers auf der Straße sei "chaotisch" gewesen sei. Der Täter habe dann später auch auf die Polizisten gefeuert, die zunächst versucht hätten, ihn lebend zu fassen. Die Sicherheitskräfte hätten etwa 40 Minuten lang versucht, den Mann dazu zu bewegen, aufzugeben und seine Geiseln freizulassen.

Auf die Aufforderung, die medizinische Versorgung eines mutmaßlich blutenden Menschen in dem Supermarkt zuzulassen, habe der Geiselnehmer nicht reagiert. Deshalb sei schließlich der Befehl erteilt worden, "ihn zu eliminieren", erklärte Klymenko. Nach seinen Angaben war der psychische Zustand des Angreifers "eindeutig instabil". Nun müsse geklärt werden, wie er die notwendigen medizinischen Bescheinigungen für die Verlängerung seines Waffenscheins bekommen habe.

Kritik an Einsatzkräften: "Schändliches, unwürdiges Verhalten"

Später teilte Klymenkos Ministerium mit, dass zwei Polizisten, die anscheinend vom Ort des Geschehens flohen, vom Dienst suspendiert worden seien. Zuvor hatten ukrainische Medien ein Video verbreitet, das zwei Beamte in Uniform zeigt, die bei einem Menschen auf dem Boden stehen und dann ohne diesen die Flucht ergreifen, als Schüsse zu hören sind.

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