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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayKrieg im Libanon
"Alle versuchen wegzukommen"
21.03.2026 - 12:43 UhrLesedauer: 4 Min.

Evakuierungsanordnung: Im Südlibanon sind eine Million Menschen auf der Flucht. (Quelle: IMAGO/Marwan Naamani/imago)
Der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel zwingt eine Million Menschen im Libanon zur Flucht. Laut UNHCR ist die Lage für Kinder besonders traumatisch.
Mehr als eine Million Menschen sind derzeit im Libanon auf der Flucht. Wie Leana Podeszfa, eine Mitarbeiterin beim UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), t-online sagt, gilt für den ganzen Südlibanon sowie für die dicht besiedelte südliche Vorstadt von Beirut eine Evakuierungsanordnung der israelischen Armee. "Alle sollen fliehen", heiße es. "Wenn es über Nacht Angriffe ohne Vorwarnung gibt, dann herrscht hier Panik. Die Leute fliehen mit allem, was sie schnell greifen können oder am Körper haben", sagt Podeszfa.
Der Libanon befindet sich seit Jahrzehnten immer wieder im Krieg mit Israel. Die derzeitige militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hisbollah stellt erneut eine unabsehbare Bedrohung für die libanesische Zivilbevölkerung dar. Sie könnte verheerende humanitäre Folgen haben und zu einem langwierigen Konflikt führen. Das UN-Menschenrechtsbüro warnte vor möglichen Kriegsverbrechen und vor Zerstörungen wie im Gazastreifen.
Regionaler Flächenbrand
Nach den amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf den Iran seit dem 28. Februar hat sich der Konflikt binnen weniger Tage zu einem regionalen Flächenbrand entwickelt. Als Reaktion auf die Tötung des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei war die pro-iranische Hisbollah aufseiten Teherans in den Krieg eingestiegen. Sie hatte Anfang der Woche damit begonnen, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern.
Eigenen Angaben zufolge hat die israelische Armee "begrenzte und gezielte Bodeneinsätze" im Süden des Nachbarlands Libanon begonnen. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz. Die Einsätze am Boden seien "Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen", um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen.
Podeszfa zufolge kam es bereits infolge der Evakuierungsanordnung zu einem Verkehrschaos im Südlibanon. "Alle haben versucht, mit dem Auto wegzukommen, und standen zum Teil zwölf Stunden lang im Stau." Viele seien auch einfach zu Fuß losgelaufen, mit allem, was sie mitnehmen konnten. Unter ihnen seien auch viele syrische Flüchtlinge, die im Libanon Schutz gesucht hatten, sagt die UNHCR-Mitarbeiterin.
Dabei reichten die Notunterkünfte im Libanon bei Weitem nicht aus. "Nur ungefähr ein Zehntel der Flüchtenden hat dort Schutz gefunden", mahnt Podeszfa. Viele Familien hätten noch keinen Platz in Notunterkünften gefunden. "Sie schlafen in ihren Autos oder in Zelten am Strand von Beirut, wo sich auch nach Tagen noch mehrere Hundert Menschen aufhalten", sagt Podeszfa. Auch unter Brücken und in Parks in der libanesischen Hauptstadt suchten viele Menschen Schutz und seien dort nachts niedrigen Temperaturen und zum Teil heftigen Stürmen und Regenfällen ausgesetzt.


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