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Öl-Förderung: USA hebelt Artenschutzgesetz im Golf von Mexiko aus

2 months ago 17

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Nur noch 50 Tiere

Trump gefährdet bedrohten Wal


Aktualisiert am 04.04.2026 - 04:12 UhrLesedauer: 3 Min.

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Der Rice-Brydewal: Er ist eines der gefährdetsten Lebewesen des Planeten. Nun könnte er den Ölförderungsplänen der Trump-Regierung zum Opfer fallen (Symbolbild). (Quelle: AGAMI/S. Geelhoed via www.imago-images.de)

Nur noch etwa 50 Tiere leben im Golf von Mexiko – der Rice-Brydewal gehört zu den seltensten Säugetieren der Welt. Jetzt droht ihm das Aussterben.

Er taucht nur selten vor Menschen auf, bewegt sich nachts oft nahe der Wasseroberfläche und lebt zurückgezogen im Golf von Mexiko. Der Rice-Brydewal wird mehr als zwölf Meter lang, doch von seiner Art gibt es nur noch rund 50 Tiere. Damit zählt er zu den seltensten Meeressäugern der Welt. Schon heute bedrohen Zusammenstöße mit Schiffen, der Verlust von Nahrung und die Folgen menschlicher Eingriffe in seinen Lebensraum. Nun könnte ausgerechnet eine politische Entscheidung in Washington den Druck auf die letzten Tiere weiter erhöhen.

Die US-Regierung hat für neue Pläne zur Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko ein zentrales Artenschutzgesetz ausgehebelt. Auslöser ist die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Die USA sind bereits der größte Erdölproduzent der Welt, doch wollen jetzt ihre Förderung sogar noch ausweiten. Deshalb fallen Schutzmaßnahmen für den stark bedrohten Wal weg.

US-Artenschutzkomitee hebelt Artenschutzgesetz aus

Dem Vorhaben der US-Regierung stand dabei zunächst ein Artenschutzgesetz im Weg, das das Aussterben gefährdeter Arten verhindern soll. Um mögliche Umweltklagen gegen die Energieproduktion zu verhindern, rief Donald Trump mit seinem Kabinett den sogenannten "God Squad", auf Deutsch: "Göttertruppe", wieder ins Leben.

Dieser Ausschuss mit offiziellem Namen Endangered Species Committee (Komitee für bedrohte Spezies) tagte seit seiner Gründung 1978 erst zweimal. Er besteht aus sechs ständigen Mitgliedern: dem Innenminister, dem Landwirtschaftsminister, dem Sekretär des Heeres, dem Vorsitzenden des Rats der Wirtschaftsberater, dem Administrator der Umweltschutzbehörde und dem Administrator der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde.

Das Gremium hebelte mithilfe einer Ausnahmeregelung am 1. April 2026 das Artenschutzgesetz aus "Gründen der nationalen Sicherheit" faktisch aus, damit Unternehmen möglichst ungehindert Öl und Gas fördern können. Mit der Aufhebung werden Umweltklagen blockiert und Schutzmaßnahmen wie Tempolimits für Schiffe oder Einschränkungen bei seismischen Tests gestrichen sowie höhere Fördermengen von Gas und Öl möglich.

Stark bedrohter Wal besonders betroffen

Eines der Lebewesen, das das Artenschutzgesetz vor der Ölförderung schützen sollte, ist der Rice-Brydewal, der mit seinen nur noch 50 existierenden Exemplaren zur am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierart weltweit gehört. Er ist durch Kollisionen mit Schiffen während seiner nächtlichen Ruhezeiten in der Nähe der Wasseroberfläche sowie durch die mangelnde Nahrungsquelle infolge menschlicher Überfischung seiner Gewässer ohnehin gefährdet. Durch vermehrte Rohstoffförderung könnte der Wal nun aussterben.

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