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Papst Leo XIV.: Warum der Konflikt für Donald Trump zum Risiko wird

1 month ago 11

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Darum wirkt Trump unterlegen

Leo XIV. ist nicht irgendjemand. Der Papst steht an der Spitze von mehr als 1,4 Milliarden Katholiken weltweit. Allein in den USA bekennen sich mehr als 50 Millionen Menschen zum katholischen Glauben, eine politisch äußerst relevante Wählergruppe.

Trump kann Debatten innerhalb des eigenen Landes dominieren. Doch der Papst kommuniziert global statt national, spirituell statt politisch und er ist vollkommen unabhängig von Wahlzyklen. Anders als das Amt des US-Präsidenten ist sein Amt auf Lebenszeit ausgelegt.

Hinzu kommt, dass die päpstliche Autorität dem katholischen Verständnis nach anders funktioniert als in der Politik. Der Papst ist demnach kein Diskutant, mit dem sich Trump wie gewohnt streiten kann. In dieser Denkweise formuliert er keine Meinung, über die sich verhandeln lässt, denn Leo XIV. verkündet demnach gewissermaßen den Willen Gottes auf Erden. In der katholischen Theologie hat dieses Unfehlbarkeitsprinzip ein besonderes Gewicht, dem Trump eigentlich nichts entgegensetzen kann.

Ein folgenschweres Missverständnis

Das Spielfeld ist also von vornherein nicht dasselbe. Trump, sein Vizepräsident JD Vance und auch Verteidigungsminister Pete Hegseth sind politische Akteure. Der Papst spricht aus einer moralisch-theologischen Perspektive. Wenn er Trumps Drohung, mit dem Iran eine "Zivilisation auszulöschen", als "inakzeptabel" verurteilt, dann ist das keine außenpolitische Meinungsverschiedenheit, sondern ein moralisches Urteil.

Das führt aus der Perspektive von Trump und Vance zu einem Missverständnis: Ihr Vorwurf, der Papst "mische sich in die Politik ein", greift zu kurz. Zwar äußert sich Leo XIV. zu dem konkreten Konflikt im Nahen Osten. Seine Rolle erlaubt es ihm aber, politisch zu wirken, ohne parteipolitisch zu werden. Die päpstlichen Kategorien sind Frieden, die Würde des Menschen, das Ablehnen eines ungerechten Krieges. "Das ist meine Aufgabe", macht Leo XIV. sinngemäß wiederholt deutlich.

Anmaßende Belehrungen

Die harschen Reaktionen aus dem Trump-Lager verstärken dieses Ungleichgewicht. Wenn JD Vance etwa versucht, dem Papst öffentlich die Lehre von einem "gerechten Krieg" zu erklären oder ihn zu belehren, mit theologischen Aussagen vorsichtig zu sein, dann wirkt das wie eine Anmaßung.

Noch problematischer ist es, wenn Vance dem Papst vorwirft, nicht "in der Wahrheit verankert" zu sein. Vance stellt indirekt die Glaubwürdigkeit des Papstes infrage. Aus Sicht vieler Gläubiger ein unverschämter Angriff auf den obersten Gelehrten jener Kirche, der er selbst angehört. Zu allem Übermut bewirbt Vance aktuell auch noch sein neues Buch mit dem Titel "Kommunion: Mein Weg zurück zum Glauben".

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