Rente mit 63: Bitte bloß nicht wieder das Rentenpaket aufschnüren!
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Mehrere Ministerpräsidenten von CDU und SPD wollen die Abschaffung der Rente mit 63 verhindern. Das ist ein Sprengsatz für die Regierung. Und: ungerecht.
3. August 2026, 19:30 Uhr
Artikelzusammenfassung
Die große Rentenreform der Merz-Koalition droht schon nach wenigen Wochen zu crashen. Ende Juni wurde das 33-Punkte-Paket noch als seltenes politisches Gesamtkunstwerk verkauft, doch nun torpedieren mehrere Ministerpräsidenten aus Ost und West ausgerechnet die Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 – jenes Bauteils, das im Maschinenraum der Reform den größten Spareffekt liefern soll. Der Artikel zeichnet nach, warum der Widerstand regional zwar nachvollziehbar wirkt, weil die Regel besonders in Ostdeutschland stark genutzt wird, politisch aber wie ein Brandbeschleuniger wirkt: Fällt dieser Kompromissstein, könnte das ganze Reform-Domino kippen und die Finanzierungsfrage der Rente erneut im Warteschleifenmodus landen. Ökonomisch sei die Sonderregel ein teurer Luxus, der laut DIW pro Jahrgang knapp zehn Milliarden Euro kostet, Beiträge und Sozialabgaben weiter unter Druck setzt und damit vor allem Jüngere sowie Unternehmen zur Kasse bittet. Am Ende fällt das Urteil scharf aus: Die Rente mit 63 ist weder nachhaltig noch gerecht, weil sie vor allem besser gestellten Frühstarterinnen und Frühstartern einen Bonus ohne Abschläge verschafft – ein politischer Feelgood-Mythos mit ziemlich bitterer Rechnung.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Ende Juni gelang der von Friedrich
Merz geführten Koalition etwas, das kaum jemand erwartet hatte: Sie einigte
sich ohne Streit auf eine große Rentenreform. Auf eine Liste mit 33 Maßnahmen,
die für stabile und auch zukünftig finanzierbare Renten sorgen sollen. Doch
jetzt, kaum sechs Wochen später, steht dieses Reformpaket schon wieder auf der
Kippe, weil drei CDU-Ministerpräsidenten aus Ostdeutschland ein wichtiges Element
daraus verhindern wollen. Sie lehnen es ab, dass die
Rente mit 63 abgeschafft werden soll. Und mit Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Anke Rehlinger (Saarland) haben sich auch schon zwei SPD-Ministerpräsidentinnen zu Wort gemeldet, die den Vorstoß unterstützen und drohen, die Reform im Bundesrat abzulehnen. Ob sich ihnen auch noch andere anschließen
und die Mehrheiten für das Rentenpaket im Bundestag und Bundesrat wackeln, ist
noch nicht abzusehen. Doch die Gefahr wächst, dass dieses große und dringend
nötige Reformprojekt scheitert.