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Was Russland in Kaliningrad baut, reicht bis nach Deutschland
22.10.2026 - 10:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Russische und belarussische Streitkräfte bei der Militärübung "Sapad 2021" bei Kaliningrad (Archivbild): Nun baut Russland dort seine militärische Infrastruktur weiter aus. (Quelle: via www.imago-images.de)
Neue Satellitenbilder zeigen, wie Russland seine militärische Überwachung an der Nato-Ostflanke ausbaut. Neben einer gewaltigen Radaranlage haben die Aufnahmen auch verdächtige Schiffstransporte aufgedeckt.
Neue Satellitenaufnahmen haben das Ausmaß einer riesigen russischen Radaranlage in der Ostsee-Enklave Kaliningrad sichtbar gemacht. Das System könnte künftig Flugzeuge und Raketen über weite Teile Europas erfassen, darunter auch Deutschland. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Aufnahmen des finnischen Satellitenunternehmens Iceye.
Demnach entsteht bei Gwardeisk, rund 30 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, ein sogenanntes Überhorizont-Radar. Drei sternförmig angeordnete Antennenreihen von jeweils mehr als 500 Metern Länge sind auf Bildern von Ende August zu erkennen. Die Anlage ist doppelt umzäunt.
Anders als herkömmliche Radarsysteme kann die Technik Ziele weit jenseits des sichtbaren Horizonts erfassen. Ihre mögliche Reichweite liegt bei 900 bis 3.000 Kilometern. Damit könnten auch Flugbewegungen über Deutschland, Frankreich und Großbritannien überwacht werden. Ob die Anlage bereits einsatzbereit ist, ist bislang unklar.
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Russland baut weitere Militäranlagen aus
Das Radar ist offenbar Teil einer umfassenderen militärischen Aufrüstung an der Ostsee. Laut Iceye gibt es im Gebiet Kaliningrad mehr als 20 Standorte zur elektronischen Aufklärung und Kampfführung. Satellitenbilder zeigen zudem neue Schutzunterstände für Kampfflugzeuge auf dem Militärflugplatz Tschkalowsk. Sie sollen die Maschinen vermutlich vor Drohnenangriffen schützen.
Auch außerhalb Kaliningrads baut Russland seine militärische Infrastruktur aus. In Karelien und im Militärbezirk Leningrad entstehen dem Bericht zufolge neue Kasernen, Lager und Ausbildungsanlagen.
Militärkonvoi verschleiert sein Ziel
Die Satelliten haben außerdem russische Militärtransporte auf See sichtbar gemacht, die offenbar ihre Routen verbergen sollten. So fuhr das sanktionierte Frachtschiff "Sparta" nach Angaben von Iceye zwischen August und Oktober von der Ostsee nach Syrien und zurück, begleitet vom russischen Kriegsschiff "Admiral Lewtschenko".
Als Zielhafen hatte die "Sparta" zunächst Port Said in Ägypten angegeben. Bei Gibraltar schaltete sie ihr automatisches Schiffsidentifikationssystem ab und fuhr weiter zum syrischen Hafen Tartus. An Bord befanden sich mutmaßlich Militärfahrzeuge. Die genaue Ladung ist nicht unabhängig bestätigt.
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im September über die Ankunft des russischen Konvois in Tartus berichtet. Trotz der abgeschalteten Ortungssignale ließ sich die Route der Schiffe mithilfe von Satellitenbildern nachvollziehen.


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