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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayUS-Regierung alarmiert
"Dieses Verhalten entspricht einem Waffeneinsatz im All"

Darstellung von Iceye-Satelliten im Orbit: "Verletzung seit langem etablierter Sicherheitsstandards im niedrigen Erdorbit". (Quelle: ICEYE)
Ein russischer Militärsatellit verfolgt einen Satelliten, der die Ukraine mit Bildern versorgt. Jetzt äußert sich auch die US-Regierung alarmiert.
Raumfahrtexperten verfolgen seit gut zwei Wochen eine regelrechte Verfolgungsjagd im erdnahen Orbit: Dort kommt der russische Spionagesatellit "Kosmos 2612" immer näher an den Satelliten "Iceye-X36" der finnisch-amerikanischen Firma Iceye heran. Diese versorgt seit 2022 die Ukraine mit kriegswichtigen Aufklärungsdaten von der Erdoberfläche. Fachleute befürchten daher eine aggressive Absicht hinter der ungebetenen Annäherung. Nun bezieht auch die US-Regierung eindeutig Stellung in dem Fall.
So erklärte Thomas G. DiNanno, Staatssekretär des US-Außenministeriums für Abrüstungsfragen, am Mittwoch (Ortszeit) vor dem Ersten Ausschuss der UN-Generalversammlung: "Russlands ,Kosmos 2612'-Militärsatellit hat ein bedrohliches Verhalten gezeigt, indem er sich gefährlich nahe an einen zivilen Satelliten angenähert hat. Dieses Verhalten entspricht einem Waffeneinsatz im All", so DiNanno weiter. "Dies ist eine Verletzung seit langem etablierter Sicherheitsstandards im niedrigen Erdorbit. Die USA werden weiterhin ihre Sicherheit und ihre vitalen nationalen Interessen schützen, auch im Weltraum."
Die deutlichen Worte DiNannos zeigen, dass auch die US-Regierung den Vorgang im All ernst nimmt. Schon am Samstagabend berichteten erste Raumfahrtexperten von der ungewöhnlichen Annäherung im All. Zu dem Zeitpunkt hieß es noch, "Kosmos 2612" habe sich auf wenige Kilometer an "Iceye-X36" angenähert. Jüngsten Berichten zufolge liegen inzwischen nur noch etwa 26 Meter zwischen beiden Flugobjekten, die in einer Höhe von knapp 550 Kilometern mit fast 28.000 Kilometern pro Stunde um die Erde jagen.
Darum interessiert sich Russland für Satellit "Iceye-X36"
Auf diese Distanz kann ein Satellit einen anderen ausforschen, mit Lasern oder Mikrowellen beschädigen oder gar durch den Einsatz von Projektilen oder eine Kamikazeaktion zerstören. Geschehen ist das bislang nie. Die Zerstörung eines Satelliten durch Kollision würde zudem eine große Trümmerwolke erzeugen, die weitere Flugobjekte im Orbit treffen und so zu einer verheerenden Kettenreaktion führen könnte. Was genau Russland mit seinem Manöver im All erreichen will, ist unklar. Der Kreml hat sich bislang nicht zu dem Vorgang geäußert. Ein feindliches Interesse Moskaus an "Iceye-X36" erscheint aber naheliegend.
Der Satellit gehört der finnischen Firma Iceye und wird von deren US-Ableger betrieben – das erklärt auch die Einmischung der US-Regierung. Iceye liefert der ukrainischen Regierung seit 2022 hochauflösende Radarbilder von der Erdoberfläche, eine kriegswichtige Fähigkeit für das überfallene Land. Unklar ist, ob auch "Iceye-X36" Satellitenbilder für die Ukraine erstellt. Die Firma hat derzeit nach eigenen Angaben 84 Satelliten dieses Typs für verschiedene Kunden im Orbit. Verteidigungsexperten der Denkfabrik CSIS sehen die ungebetene Annäherung im All im Kontext von Russlands "hybrider Kriegsführung".
"Russland scheint entschlossen, seine feindlichen Aktivitäten im All auszuweiten, um die Reaktion des Westens auszutesten", schrieben die CSIS-Experten bereits vorige Woche mit Blick auf das russische Manöver im All. "Die USA und Europa sollten sich eine Antwort auf einen möglichen Kriegsakt im Weltraum überlegen und diese klar kommunizieren", heißt es darin weiter. Ob sich Russland von Ansage des US-Vertreters vor den UN nun weiterer Aggression im All abhalten lässt, bleibt abzuwarten.


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