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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwaySyriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa ist nach Berlin gereist. Staatschef Steinmeier empfängt ihn in Bellevue. Später ist auch ein Termin mit Kanzler Merz geplant.
Aktualisiert am 30. März 2026, 10:46 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, edd
Zum Auftakt seines Berlin-Besuchs ist der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa von Frank-Walter Steinmeier empfangen worden. Al-Scharaa traf am Schloss Bellevue ein, wo ihn der Bundespräsident begrüßte. Anschließend nahm er an einem deutsch-syrischen Wirtschaftsforum im Auswärtigen Amt teil.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sicherte ihm dabei die Unterstützung Deutschlands beim Wiederaufbau des Landes zu. "Die Syrer verdienen eine Chance, und wir möchten helfen, dass diese Chance gut genutzt wird." Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach von "Geschäftschancen" in Syrien für deutsche Unternehmen.
Nach Angaben der Bundesregierung steht nicht nur der Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg zerstörten Landes im Zentrum des Antrittsbesuchs, sondern auch die Abschiebung syrischer Flüchtlinge nach Syrien. Auch der Irankrieg dürfte ein wichtiges Thema sein. Im weiteren Verlauf des Besuchs ist auch ein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geplant.
Kritik von Opposition und KGD
Der Besuch des früheren Dschihadistenführers, der auch schon in Washington und Paris empfangen wurde, sorgt in Deutschland vielfach für Kritik. Es sind mehrere Demonstrationen mit insgesamt rund 5.000 Teilnehmern angemeldet.
Die Grünen-Außenpolitikerin Luise Amtsberg warnte Merz vor "einer vorschnellen Normalisierung" der Beziehungen. Der Kanzler habe seine Syrien-Politik immer wieder "auf die Frage der Abschiebungen reduziert und die reale Lage vor Ort ignoriert", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.
Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) warf al-Scharaa "Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor und bezeichnete seinen Besuch in Berlin als "inakzeptabel".
Besuch bereits im Januar geplant
Der von al-Scharaa angeführten Regierung in Syrien wird vorgeworfen, Minderheiten im Land nicht vor Gewalt zu schützen oder sogar zu Gräueltaten aufzurufen und sich daran zu beteiligen. Bei einer Militäroffensive im Norden und Nordosten des Landes vertrieben syrische Regierungstruppen kurdische Kämpfer aus mehreren bisher von ihnen kontrollierten Gebieten.
Ursprünglich war al-Scharaas Besuch bereits im Januar geplant, angesichts der Gefechte wurde er jedoch verschoben. Von al-Scharaa angeführte islamistische Milizen hatten Ende 2024 den langjährigen syrischen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt und die Macht in Syrien übernommen. Der 43-Jährige befehligte früher die einst mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front sowie deren Nachfolgemiliz Hajat Tahrir al-Scham.


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