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Ukraine-Krieg aktuell: Nur geringe Dieselvorräte im AKW Saporischschja

2 hours ago 6

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Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Nur geringe Dieselvorräte im AKW Saporischschja


Aktualisiert am 29.08.2026 - 12:16 UhrLesedauer: 24 Min.

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Drei der sechs Reaktorblöcke des AKW Saporischschja aus der Luft aufgenommen: (Quelle: Uncredited)

Verheerender russischer Drohnenschlag in der Ukraine, während Selenskyj Hunderte Drohnen pro Tag nach Moskau schicken will. Alle Entwicklungen im Newsblog.

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Samstag, 29. August

Nur geringe Dieselvorräte im AKW Saporischschja

Die Stromversorgung des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja (ZNPP) ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiter sehr prekär. Das AKW sei nun seit mehr als einer Woche ohne Strom von außen und auf Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Vorübergehend habe der Diesel-Vorrat nur noch für zehn Tage gereicht, bevor gestern und vorgestern mehrere Dutzend Tonnen Diesel von außerhalb des Geländes geliefert worden seien, hieß es.

"Die aktuelle Situation verdeutlicht erneut, warum eine zuverlässige externe Stromversorgung und sichere Versorgungswege für die nukleare Sicherheit und Sicherung unerlässlich sind", sagte Grossi. Ohne die Wiederherstellung der externen Stromversorgung oder zusätzliche Lieferungen von Diesel in naher Zukunft könnte dem Kraftwerk innerhalb von etwa zehn Tagen ein vollständiger Stromausfall drohen.

Die IAEA arbeite daran, eine Zone für einen örtlich begrenzten Waffenstillstand zu etablieren, um Reparaturen an einer wichtigen Stromleitung zu ermöglichen, hieß es. Bei Erfolg würden diese Reparaturen die externe Stromversorgung des Kernkraftwerks wiederherstellen. Vor dem Konflikt verfügte das ZNPP über zehn externe Stromleitungen.

Selenskyj bestätigt verheerenden Drohnenangriff aus Russland

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens 27 Menschen getötet worden. Die Opferzahl könne noch steigen, sagte Gouverneur Tymur Tkatschenko am Samstag nach dem Angriff am Vorabend.

Nach Behördenangaben ereignete sich der Drohnenangriff am Freitagabend in dem Dorf Myla im Bezirk Butscha. In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen, es habe mehrere Explosionen gegeben, erklärte Tkatschenko. Nach dem Angriff in Myla leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts ein, dass auf dem Gelände illegal explosives Material gelagert worden sei. Auch werde geprüft, ob das Unternehmen alle "notwendigen Genehmigungen" gehabt habe, hieß es.

"Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt", schrieb auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram.

Großbrand nach russischem Drohnenangriff

Eine russische Drohne hat in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew einen Großbrand und Explosionen verursacht und zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen. Der Drohnenangriff habe sich am Freitagabend um kurz nach 20 Uhr (Ortszeit, 19 Uhr MESZ) in dem Dorf Myla im Bezirk Butscha ereignet, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit.

In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen, "begleitet von Explosionen", erklärte der Chef der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram. Deswegen seien bereits mehr als 200 Menschen in Sicherheit gebracht worden, darunter Kinder. Laut Tkatschenko gab es bei dem Vorfall mindestens sechs Verletzte.

Selenskyj droht Russland mit 1.000 Drohnen täglich

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau mit einer Intensivierung der Drohnenschläge im russischen Hinterland gedroht. "Die Aufgabe lautet: täglich 1.000 Drohnen für Langstreckenangriffe gegen Russland. Derzeit führen wir durchschnittlich über 300 solcher Langstreckenangriffe aus – das muss mehr werden", sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine müsse den Einsatz von Waffen zur Abwehr russischer Angriffe maximieren, betonte er.

Mit den Angriffen etwa auf Ölraffinerien, Logistikzentren und militärische Ziele hat Kiew die Kosten für Moskaus Krieg in die Höhe getrieben. Kremlchef Wladimir Putin hatte wirtschaftliche Schäden zwar eingeräumt, sie aber als nicht kritisch heruntergespielt. Putin wiederum drohte der Ukraine mit Attacken, die weitaus mehr Zerstörungen anrichteten als umgekehrt.

Freitag, 28. August

Selenskyj-Konkurrent gibt neuen Job bekannt

Der aus dem Amt gedrängte ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow wird "Berater für Innovationen in der Verteidigung" des italienischen Verteidigungsministers Guido Crosetto. Dieser habe ihm die Stelle angeboten, erklärte Fedorow am Freitag in Onlinediensten. "In dieser Funktion werde ich Italien dabei unterstützen, Technologien für die moderne Kriegsführung zu entwickeln." Gleichzeitig werde er weiter "an Projekten zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit" der Ukraine arbeiten.

Das italienische Verteidigungsministerium bezeichnete die Ankündigung als "wichtige Chance" für Italien und teilte mit, Fedorow werde als "Innovationsberater" fungieren. Dieser verfüge über "umfangreiche Erfahrungen" mit "autonomen Systemen und mit der Luftverteidigung". Der italienischen Zeitung "La Repubblica" zufolge hatte Crosetto Fedorow bereits im Juli eine Beraterstelle angeboten. Fedorows Büro zufolge wird er weiter in Kiew bleiben und von dort aus arbeiten. Von der ukrainischen Präsidialverwaltung gab es zunächst keine Stellungnahme.

Der technikaffine 35-jährige Fedorow war vor sechs Wochen vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus dem Amt gedrängt worden. Grund waren offenbar Spannungen zwischen dem Minister und der Armeeführung. In der Folge gingen tausende Ukrainer auf die Straße und verlangten Fedorows Wiedereinsetzung. Anfang August forderte Fedorow dann Wahlen in der Ukraine, was das Verhältnis zu Selenskyj weiter eintrübte. Wegen des seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 geltenden Kriegsrechts sind Wahlen ausgesetzt. Selenskyjs reguläre Amtszeit als Präsident endete im Mai 2024. Er wies den Vorschlag zurück, weil dieser das Land "spaltet".

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Ukrainischer Drohnenexperte warnt Deutschland

Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, warnt Deutschland davor, die Transformation der Bundeswehr durch Drohnen zu verschlafen. Nicht nur Armeen, sondern auch Terroristen oder andere böswillige Akteure könnten Drohnen zur hybriden Kriegsführung oder für Anschläge einsetzen, sagte Browdi dem "Tagesspiegel". Eine bessere Integration von Drohnen in die Bundeswehr sowie Abwehrmaßnahmen dagegen seien unbedingt nötig. Drohnen könnten nicht einfach an eine Armee "angeschlossen" werden, sondern die gesamte Armee müsse sich auf die Drohnentechnologie einstellen.

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