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Palästinenserpräsident erhält wohl erneut kein US-Visum
Aktualisiert am 17.09.2026 - 14:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Mahmud Abbas bei einem Besuch in der Türkei (Archivbild): Erneut darf der Palästinenserpräsident nicht in die USA einreisen. (Quelle: IMAGO/Dogukan Keskinkilic/imago)
Washington verschärft die Visabeschränkungen gegen Vertreter von Autonomiebehörde und PLO. Palästinenserpräsident Abbas kann deshalb wohl nicht zur UN-Generalversammlung nach New York reisen.
Die US-Regierung hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Berichten zufolge kurz vor der UN-Vollversammlung in New York erneut eine Einreisegenehmigung verweigert. Das berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan unter Berufung auf eine informierte Quelle. Auch die "Times of Israel" meldete die Entscheidung und berief sich dabei auf US-amerikanische und palästinensische Beamte.
Dem US-Außenministerium zufolge verlängerten die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen die Erteilung von Visa an Repräsentanten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) sowie an Mitglieder der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Zur Begründung verwies das Ministerium auf ausbleibende Reformen der Autonomiebehörde und die Nichteinhaltung von Zusagen gegenüber den USA. Zudem warf das Ministerium den Betroffenen vor, Aktivitäten fortzusetzen, die die Aussichten auf Frieden untergraben. Konkrete Namen nannte das Ministerium auch auf Anfrage nicht.
Eine informierte Quelle bestätigte Maan zufolge, dass Abbas von den Visabeschränkungen betroffen ist. Damit kann er nicht persönlich nach New York reisen, um an den Beratungen der Generalversammlung teilzunehmen.
Ausgenommen von den Visabeschränkungen ist demnach die Vertretung des Staates Palästina bei den Vereinten Nationen. Diese hat nur einen Beobachterstatus und ist kein volles UN-Mitglied.
Bereits 2025 verweigerten die USA Abbas das Visum
Bereits im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung Abbas wenige Wochen vor der damaligen UN-Vollversammlung mit Visa-Sanktionen belegt. Dadurch konnte er nicht persönlich an den Sitzungen teilnehmen und hielt seine Rede per Videoschalte. Auch in diesem Jahr dürfte Abbas auf eine Teilnahme aus der Ferne angewiesen sein. Nach Angaben von Maan prüfen die Vereinten Nationen derzeit einen Mechanismus, der ihm eine virtuelle Teilnahme ermöglichen würde.
Abbas ist der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, die Teile des Westjordanlandes verwaltet. Die PLO ist die offizielle Vertretung des palästinensischen Volkes auf internationaler Ebene. Die islamistische Hamas im Gazastreifen gehört weder zur PLO noch zur Autonomiebehörde.


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