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Junge Union ruft Wegner zum Rückzug auf
09.07.2026 - 12:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Im September wird in Berlin ein neues Landesparlament gewählt. Die CDU liegt schlecht in den Umfragen. Nun stellt sich eine wichtige Parteigliederung gegen den Regierungschef.
Der Unmut in der Union gegen ihren Spitzenkandidaten Kai Wegner für die Abgeordnetenhauswahl im September wächst. Die Junge Union (JU) hat den sofortigen Rückzug des Berliner Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) gefordert. Berlins JU-Chef Harald Burkart sagte dem Portal "The Pioneer" am Donnerstag: "Kai Wegner sollte heute unmissverständlich erklären, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters antritt." Dies wäre "im Interesse der Stadt und der Partei", sagte der Chef des CDU-Nachwuchses.
Kai Wegner ist seit 2023 Regierender Bürgermeister von Berlin. Vor der Wahl im September war die Union in Umfragen zuletzt auf den vierten Rang hinter Linkspartei, Grüne und SPD abgerutscht. Die Kritik richtet sich unter anderem an sein Krisenmanagement bei einem Blackout in weiten Teilen Berlins zu Jahresbeginn. In der Winterkälte waren Zehntausende nach einem Sabotageakt ohne Strom. Zuletzt war bekannt geworden, dass Wegner später telefoniert haben soll, als er behauptete.
Kritik am Krisenmanagement
Bei einem CDU-Parteitag im Juni hatte sich Wegner noch gegen den parteiinternen Gegenkandidaten Wolfram Wickert durchgesetzt. Doch wächst der Unmut. JU-Chef Burkart äußerte sich nach Berichten des Berliner "Tagesspiegel" über eine weitere strittige Äußerung Wegners zum Krisenmanagement während des Stromausfalls Anfang des Jahres. Demnach stimmt Wegners Aussage nicht, dass er dienstlich wegen des Vorfalls vormittags telefoniert hatte - der Austausch fand per Textnachrichten statt.
"Dieser dokumentierte Widerspruch betrifft die Grundlage politischer Führung, nämlich Glaubwürdigkeit", sagte Burkart. Ein Grund für den Negativtrend der CDU in Umfragen sei auch ein "Glaubwürdigkeitsproblem an der Spitze". Ein Rückzug Wegners könne "eine starke inhaltliche Agenda ermöglichen – beim Wohnungsbau, bei der Wirtschaft und bei der inneren Sicherheit".
In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Einer kürzlich veröffentlichten Umfrage zufolge liegt die CDU nur noch auf Platz vier hinter der Linkspartei, den Grünen und der AfD – der Abstand zwischen den Parteien ist aber nur gering.


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