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Trump bei Korrespondentendinner: "Wenn ich gehe, seid ihr alle pleite"

1 day ago 1

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Trump bei Korrespondentendinner

Dann kippt die Stimmung


Aktualisiert am 25.07.2026 - 10:36 UhrLesedauer: 5 Min.

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Donald Trump: Der US-Präsident sprach beim Gala-Dinner der Hauptstadtjournalisten in Washington. (Quelle: Mark Schiefelbein/dpa)

Auf dem Dinner der Korrespondenten in Washington hielten viele US-Präsidenten in der Vergangenheit launige Reden. Bei der Ansprache von Donald Trump gingen die Lacher schnell aus.

David Schafbuch berichtet aus Washington

Schon Karoline Leavitts Ankündigung war widersprüchlich. Als "vereinigend und doch gemein", hatte die Sprecherin des Weißen Hauses die Rede von Donald Trump angekündigt. Der Präsident war am Freitagabend zu Gast auf dem "White House Correspondents Dinner", einem traditionellen Galaabend der Hauptstadtpresse in Washington.

Das Dinner der Korrespondenten hat in Washington eine mehr als 100 Jahre alte Tradition. Die Veranstaltung ist für ihre lockere Atmosphäre bekannt: Während die Hauptstadtpresse für gewöhnlich die Mitglieder der Regierung mit ihren kritischen Fragen löchert, nutzen der Präsident und Vertreter der Presse den Abend häufig, um sich gegenseitig zu veralbern.

Auch Donald Trump hatte einige Lacher während seiner Rede und einige "vereinigende" Worte gewählt. Doch diese waren schnell vorbei: Denn im Verlauf seiner mehr als einstündigen Rede wandelte sich der heitere Ton recht schnell in eine Schimpftirade.

Der Abend offenbarte Trumps widersprüchliche Verbindung zu den Medien: Denn obwohl der Präsident kaum einen Moment auslässt, Journalisten zu diffamieren, ist ihm die Aufmerksamkeit der Medien gleichermaßen wichtig.

Dinner wurde nach Schüssen wiederholt

Für Trump war es ein besonderer Abend – nicht nur, weil er erstmals als Präsident auf der Veranstaltung zu Gast war. Das Dinner wurde wiederholt, nachdem es drei Monate zuvor abgebrochen wurde. Im April hatte ein bewaffneter 31-jähriger Mann eine Sicherheitsschleuse gestürmt, wurde aber am Eindringen in den Ballsaal gehindert.

Ein Sicherheitsbeamter wurde verletzt, der Angreifer festgenommen. Zugang zum Hotel hatte der Mann, weil er zuvor als Gast eingecheckt hatte. Im Saal war zu dem Zeitpunkt gerade der erste Gang serviert worden.

Der 31-Jährige bestreitet bislang, dass er einen Anschlag auf Trump geplant hatte. Ein Termin für einen Gerichtsprozess steht noch aus. Der US-Präsident hatte noch am Abend im Weißen Haus eine Pressekonferenz im Smoking abgehalten und sich für eine Neuauflage des Dinners innerhalb von 30 Tagen ausgesprochen.

Daraus wurden dann doch mehrere Monate inklusive weiterer Veränderungen. Die Veranstaltung wurde vom Hilton-Hotel in Washington in das Waldorf Astoria verlegt, das in Trumps erster Amtszeit noch den Namen des Präsidenten getragen hatte. Zudem wurden die Sicherheitsbestimmungen verschärft und die Zahl der Gäste verringert: Waren im April noch etwa 2.600 Gäste anwesend, kamen am Freitag "nur" 700 zusammen.

Trump nutzte den Umstand für einen seiner ersten Lacher auf der Bühne. Er habe sich gefreut, wieder in das Hotel zu kommen. Schließlich kenne er es sehr gut, weil er es selbst gebaut habe. Und es sei deutlich billiger gewesen als der milliardenschwere Umbau der US-Notenbank Federal Reserve, den Trump in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert hatte.

Aber es sei eben wie mit seiner Präsidentschaft: Im zweiten Anlauf funktioniere alles besser, und das dritte Mal werde sogar noch besser, scherzte Trump dann weiter. Der Präsident hatte in der Vergangenheit regelmäßig darüber nachgedacht, erneut für das Amt zu kandidieren, obwohl er laut Verfassung nach zwei Amtszeiten dazu nicht mehr befugt ist.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Präsident noch einige Lacher auf seiner Seite. Doch dieser Eindruck verflüchtigte sich nach einigen Minuten, als Trump zunehmend auf die anwesende Presse losging. Vielleicht sei er an einigen Stellen "übersensibel", aber er denke wirklich, dass viele in dem Raum ihn nicht gut behandeln würden.

Gratulation wegen Epstein-Recherche

Kürzlich habe er etwa gelesen, dass er zu 93 Prozent negative Presse erhalte. "Wie zum Teufel habe ich die Wahl so deutlich gewonnen?", fragte der Präsident in die Runde, wenn doch so schlecht über ihn geschrieben werde?

Vor seiner Rede hatte Trump die Veranstaltung mit Fassung verfolgt. Auf der Bühne wurden etwa mehrere Journalisten für Recherchen gegen den Präsidenten ausgezeichnet. Dazu zählten etwa zahlreiche Mitarbeiter des "Wall Street Journal": Die Zeitung hatte aufgedeckt, dass Trump in der Vergangenheit dem verurteilten Menschenhändler Jeffrey Epstein eine Geburtstagskarte geschickt hatte.

Im Video | Trump erlebt Ehrung für Epstein-Bericht

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Trump hatte daraufhin bestritten, die Karte geschrieben zu haben und die Zeitung auf 10 Milliarden Dollar verklagt. Auf dem Dinner in Washington stand er den Verantwortlichen auf der Bühne gegenüber und schüttelte allen die Hand. Gleichzeitig riss er mehrmals fragend die Arme in die Luft, als bei der Verleihung die Milliardenklage zur Sprache kam.

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Das Dümmste, was Trump je getan hat

Ebenfalls vor Trumps Augen wurde die CNN-Reporterin Kaitlan Collins ausgezeichnet. Trump hatte die Journalisten bereits mehrfach bei Pressekonferenzen scharf verbal angegriffen. Als Collins auf die Bühne kam, gratulierte der Präsident aber auch ihr zu ihrer Auszeichnung. Die Retourkutsche folgte dann aber während Trumps Rede: Collins solle mehr lächeln, empfahl er der Journalistin in seiner Ansprache.

Gleichzeitig offenbarte der Präsident, dass er gerne mit Vertretern der Presse spreche: Er habe etwa seine Telefonnummer vielen Pressevertretern gegeben, nachdem er nicht genug Anfragen von Journalisten erhalten habe, behauptete Trump in seiner Ansprache. Das sei zwar das Dümmste gewesen, was er jemals getan habe, aber er könne in den Anrufen manchmal eine falsche Geschichte in eine gute umwandeln.

Es war nicht das erste Mal, dass Trump bei dem Dinner anwesend war. 2011 hatte der damalige US-Präsident Barack Obama bei dem Dinner gesprochen, das Trump im Publikum verfolgt hatte. Obama hatte sich damals verbal auf Trump eingeschossen und sich etwa darüber lustig gemacht, dass er Verschwörungstheorien anhänge.

Viele Beobachter hatten später darüber spekuliert, Trump habe an diesem Abend die Entscheidung gefasst, als Präsident zu kandidieren, um sich an Obama zu rächen. Trump trat bei seiner Rede diesen Behauptungen entgegen: Er habe sich im Gegenteil darüber gefreut, weil nach Obamas Worten alle über ihn geredet haben, sagte Trump am gestrigen Abend. Obama habe ihn zudem respektvoll veralbert.

Trump hingegen ging neben Journalisten im weiteren Verlauf seiner Ansprache auch politische Gegner scharf an: Über den Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, machte sich Trump etwa wegen dessen Lese-Rechtschreibschwäche lustig. Über JB Pritzker, den Gouverneur von Illinois, sagte Trump, man solle ihn nicht als "fettes Schwein" bezeichnen. Der Abgeordneten Ilhan Omar warf der Präsident vor, sie sei mit ihrem Bruder verheiratet. Das ist eine Verschwörungserzählung, die in Trumps Maga-Bewegung weitverbreitet ist.

"Hasse manche Menschen"

"Ich hasse manche Menschen", sagte Trump an einer Stelle, an der das Lachen im Saal größtenteils verstummt war. Stattdessen zeigten die Kameras im Publikum immer mehr schweigende Gäste, die teilweise Richtung Boden schauten. Trump warf den Journalisten zudem vor, dass sie es noch bedauern würden, wenn er nicht mehr im Amt ist, weil sich dann niemand mehr für die Medien interessieren werde: "Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite."

Zum Ende kündigte Trump dann wieder an, dass er 2028 plane, erneut für das Amt des Präsidenten kandidieren zu wollen, ehe er sich eine Mütze mit der Aufschrift "Trump 2028" aufsetzte. Die Lacher blieben anders als zu Beginn seiner Rede da größtenteils aus.

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